SPD will deutsche Netzbetreiber vor NSA-Ausschuss laden

Telekom und Netcologne wurden offenbar angezapft

Nach den neuen Enthüllungen, wonach der US-Geheimdienst NSA Zugriff auf deutsche Netze haben soll, will die SPD auch Unternehmen aus der Branche vor den NSA-Ausschuss laden.

Berlin - "Wir müssen auch die Vorstandsvorsitzenden der Netzbetreiber und die Verantwortlichen für die Netzsicherheit seit 2011 laden", sagte der Obmann der SPD in dem Untersuchungsausschuss, Christian Flisek, dem "Kölner Stadtanzeiger". Der Kreis der Zeugen müsse erweitert werden.

Der "Spiegel" hatte unter Berufung auf Dokumente des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden berichtet, dass die Geheimdienste der USA und Großbritanniens über verdeckte Zugänge unter anderem in die Netze der Deutschen Telekom und des Kölner Anbieters Netcologne verfügen. Mit dem Programm namens Treasure Map könnten sogar Endgeräte wie Computer, Smartphones und Tablets visualisiert werden, sofern sie mit dem Internet verbunden seien. Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bemühen sich die Behörden zurzeit um Klärung.

Der SPD-Obmann Flisek schloss Ermittlungen des Generalbundesanwalts nicht aus. "Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, reden wir auch über Straftatbestände", sagte er dem "Kölner Stadtanzeiger".

(xity, AFP)