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SPD kritisiert Gröhe wegen Haltung zur "Pille danach"

Lauterbach: Weitere Rezeptpflicht bevormundet Frauen

In der SPD wächst die Kritik an der ablehnenden Haltung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gegen eine Freigabe der "Pille danach". SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach warf Gröhe eine "Bevormundung von Frauen" vor.

In der SPD wächst die Kritik an der ablehnenden Haltung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gegen eine Freigabe der "Pille danach". SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach warf Gröhe in der "Süddeutschen Zeitung" eine "Bevormundung von Frauen" vor, denen "in einer Notlage die Ausübung ihrer Rechte vorenthalten wird". Die "Pille danach" müsse als sehr sicher bewertet werden. Schwerwiegende Komplikationen seien nicht zu befürchten, sagte der Gesundheitspolitiker. Um die rezeptfreie Abgabe des Mittels durchzusetzen, schloss Lauterbach eine spätere Bundesratsinitiative nicht aus.

Ein Expertenausschuss des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte empfohlen, die Verschreibungspflicht für das Präparat auf Basis des Wirkstoffes Levonorgestrel aufzuheben. Es kann eine Schwangerschaft verhindern, wenn es bis spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Gröhe lehnt eine rezeptfreie Abgabe der "Pille danach" hingegen ab. In einem Zeitungsinterview vom Wochenende verwies er darauf, dass der Wirkstoff in Einzelfällen auch schwerere Nebenwirkungen habe könne. Auch deshalb will Gröhe an der ärztlichen Beratung festhalten.

Am kommenden Donnerstag soll sich der Bundestag mit dem Thema befassen. Die Opposition will ein Ende der Verschreibungspflicht erreichen. Der Bundesrat hatte bereits im November dafür gestimmt, die Verschreibungspflicht für Levonorgestrel aufzuheben.

© 2014 AFP


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