20.08.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> SPD-Interimschef verwahrt sich gegen Kritik an Vorsitzendensuche

SPD-Interimschef verwahrt sich gegen Kritik an Vorsitzendensuche

Schäfer-Gümbel beklagt "Dauernörgeln und Besserwisserei"

SPD-Interimschef Thorsten Schäfer-Gümbel geht gegen parteiinterne Kritiker in die Offensive.

Berlin - In einem Gastbeitrag für "Spiegel Online" verwahrte er sich am Freitag gegen SPD-Politiker, die das schleppende Verfahren zur Suche einer neuen Parteiführung beklagt hatten. "Dieses Dauernörgeln und diese Besserwisserei müssen aufhören", schrieb Schäfer-Gümbel. Dass nun "quasi wöchentlich wenige frühere Verantwortliche unserer Partei Dauerkritik üben, schadet der SPD sehr".

Schäfer-Gümbel beklagte: "Zeitweise sind wir mehr mit der medialen Begleitung dieser Angriffe beschäftigt als mit dem Werben um Grundrente und gerechtem Sozialstaat." Es sei von Anfang an klar gewesen, dass der Weg zur Neuaufstellung nicht einfach werden würde, schrieb der kommissarische Parteichef.

Der SPD-Politiker reagiert damit auf Kritik von Ex-Parteichef Sigmar Gabriel sowie dessen Vertrauten Matthias Machnig. Beide waren zuletzt hart mit der SPD ins Gericht gegangen. So warf Gabriel den Sozialdemokraten vor, linker als die Linkspartei und grüner als die Grünen zu werden.

Machnig hatte der SPD-Spitze in einem Gastbeitrag für "Spiegel Online" massives Führungsversagen vorgeworfen: "Das jetzt gewählte Verfahren, in dem sich jeder auf den Vorsitz der Partei bewerben kann, demonstriert nicht Verantwortungsbewusstsein, sondern Mutlosigkeit, Ratlosigkeit und Führungslosigkeit."

Schäfer-Gümbel schrieb an die Adresse der Kritiker: "Die alten Zeiten, in denen man laut Basta schrie und über Zeitungsinterviews der Partei die Pistole auf die Brust setze, sind ein für alle Mal vorbei. Wer glaubt, mit diesem Stil wieder Glaubwürdigkeit für die Sozialdemokratie gewinnen zu können, irrt sich."

Die SPD sucht derzeit nach einer neuen Führungsspitze. Bislang haben sich hauptsächlich weniger prominente Sozialdemokraten gemeldet. Bis zum 1. September können Bewerber allerdings noch ihre Kandidatur anmelden.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH