17.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Spahn will noch 2019 Weichen für Verbot von Konversionstherapien stellen

Spahn will noch 2019 Weichen für Verbot von Konversionstherapien stellen

Minister will noch vor der Sommerpause Beratungen aufnehmen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will noch in diesem Jahr die Weichen für ein Verbot der so genannten Konversionstherapien stellen.

Berlin - Er wolle noch vor der Sommerpause dazu das Gespräch mit dem Bundesjustizministerium suchen, sagte Spahn am Dienstag in Berlin. Ihm sei daran gelegen, noch 2019 zu einem Gesetzentwurf zu kommen, der dann in die parlamentarischen Beratungen geht.

Die eingesetzte Kommission habe gute Lösungsansätze aufgezeigt, wie ein Verbot dieser Therapien geregelt werden könne, sagte Spahn weiter. Er sei klar dafür. "Denn Homosexualität ist keine Krankheit und daher auch nicht therapiebedürftig." Infrage komme eine Ahndung als Ordungswidrigkeit, unter Umständen auch eine strafrechtliche Verfolgung.

Die sogenannten Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. Die Magnus-Hirschefeld-Stiftung geht von rund 1000 Fällen jährlich in Deutschland aus. In den USA liegen die Zahlen deutlich höher. Unter den Experten herrscht aber einhellig die Meinung, dass eine "Umpolung" nicht möglich ist. Der Münchner Jurist Martin Burgi vertrat die Auffassung, dass Verbotsregelungen verfassungsrechtlich durchaus möglich seien. Für ein strafrechtliches Verbot bestünden aber größere Hürden als für die Einstufung als Ordnungswidrigkeit.

Der Fachkommission gehören unter anderem Experten für Recht, Gesundheit und Sexualforschung an. Ende August wollen das Gesundheitsministerium und die Magnus-Hirschfeld-Stiftung einen Abschlussbericht vorlegen.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH