16.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Spahn verteidigt vor Bundestagsdebatte Pläne für Organspende

Spahn verteidigt vor Bundestagsdebatte Pläne für Organspende

Minister: Widerspruchslösung bedeutet keinen "Zwang zur Spende"

Bundesgesundheitsminister Spahn hat vor der Bundestagsdebatte zur Organspende seinen Vorschlag für eine doppelte Widerspruchslösung gegen Kritik verteidigt.

Berlin - "Das ist kein Zwang zur Spende. Sondern der Zwang, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Die Gesellschaft müsse sich diese Auseinandersetzung zumuten. "Die 10.000 Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, müssen es uns wert sein", sagte Spahn.

Es gebe gewichtige Argumente auf beiden Seiten, räumte der Gesundheitsminister mit Blick auf den fraktionsübergreifenden Widerstand gegen seine Pläne ein. Das brauche den offenen Austausch. Doch allen gehe es darum, die Zahl der Organtransplantationen deutlich zu steigern, betonte Spahn. "Uns eint das Ziel, aber wir streiten über den Weg."

Der Bundestag debattiert am Mittwoch über die Organspende. Spahns Plan einer doppelten Widerspruchslösung sieht vor, dass jeder grundsätzlich als Spender gilt, wenn er dem nicht ausdrücklich widersprochen hat. Als zusätzliche Hürde werden, wenn kein Widerspruch vorliegt, die Angehörigen gefragt. Bislang muss die ausdrückliche Zustimmung des potenziellen Spenders vorliegen.

Widerspruchsregelungen existieren bereits in vielen europäischen Ländern. Spahn und andere Befürworter erhoffen sich davon mehr Organspenden. Kritiker betrachten eine solche Regelung als unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH