Sozialverband VdK startet Kampagne #Rentefüralle

Bentele: "Es muss sich etwas ändern"

Der Sozialverband VdK hat zum Auftakt seiner Kampagne #Rentefüralle die Rentenpolitik der Bundesregierung angeprangert.

Berlin - "Es muss sich etwas ändern", forderte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Montag in Berlin. Für mehr als elf Millionen Menschen werde die Rente auch nach 45 Beitragsjahren unterhalb des Existenzminimums liegen. Vielen drohe im Alter "echte Armut". Die Politik habe diese Entwicklung "viel zu lange zugelassen".

Die VdK-Präsidentin forderte, dass auch Beamte, Selbstständige oder Manager in die Rentenversicherung einzahlen müssten, um sie auf eine breitere Basis zu stellen. In Österreich zahlten alle Erwerbstätigen in eine gemeinsame Rentenkasse ein "und erhalten Altersbezüge weit über dem deutschen Durchschnitt".

Mit Blick auf die wachsende Zahl der Millionäre und Milliardäre in Deutschland forderte Bentele, "dass Armut auch mit unseren Steuern bekämpft wird". Spitzenverdiener trügen im Vergleich zu Geringverdienern und der unteren Mittelschicht kaum etwas zum Steueraufkommen bei. Weitere Forderungen des VdK sind der Wegfall der Abschläge bei Erwerbsminderung und die Einführung einer Grundrente.

Am Wochenende hatte Bentele zudem die Forderung nach einem höheren Anteil der Arbeitgeber am Rentenbeitrag erhoben. Angemessen wäre ein um zwei Prozentpunkte höherer Beitrag, sagte sie in einem Interview. Derzeit zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte des Rentenbeitrags von 18,6 Prozent, also 9,3 Prozent. Ein um zwei Prozentpunkte erhöhter Beitragssatz für Arbeitgeber entspräche demnach 11,3 Prozent vom Bruttolohn eines Angestellten.

Der VdK will mit Aktionen und Veranstaltungen in allen Landesverbänden die Politik "unter Druck setzen", um Verbesserungen bei der Rente zu erreichen.

(xity, AFP)