25.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Sorge wegen häufiger Keimbelastungen von Schlachthühnern

Sorge wegen häufiger Keimbelastungen von Schlachthühnern

Krankmachende Erreger auf jedem zweiten Tier gefunden

Wegen der weit verbreiteten Belastung von Hühnerfleisch mit Keimen hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) umfassende Verbesserungen bei der Geflügelschlachthygiene gefordert.

Berlin - Etwa jedes zweite Masthähnchen sei nach dem Schlachtvorgang mit potenziell krankmachenden Erregern kontaminiert gewesen, erklärte die Bundesbehörde in Berlin unter Berufung auf die nun vorliegenden Ergebnisse des neuen amtlichen Zoonosen-Monitoringberichts für das Jahr 2013.

Der nach BVL-Angaben repräsentative Bericht stützt sich auf mehr als 5600 Proben, die Lebensmittelkontrolleure entlang der Verarbeitungskette für Lebensmittel nahmen und auf die wichtigsten über die Nahrung übertragbaren Krankheiten untersuchten. Dabei fanden sie auf jeweils rund der Hälfte der Körper von geschlachteten Hähnchen sogenannte Campylobacter sowie MRSA-Bakterien. Frisches Hähnchenfleisch war demnach in 37,5 Prozent der Fälle mit Campylobacter und zu 20 Prozent mit MRSA besiedelt.

Während Campylobacter eine Art Lebensmittelvergiftung mit Fieber und Durchfall verursachen können, sind die MRSA-Erreger gegen bestimmte Antibiotika resistent und können teilweise äußerst ernst verlaufende Wund- oder Atemwegserkrankungen (sogenannte Krankenhausinfektionen) auslösen. Dem Bundesamt zufolge führt der Umgang mit MRSA-kontaminierten Lebensmitteln an sich nach aktuellem Wissensstand aber nicht zu einem erhöhten Besiedlungs- und Infektionsrisiko. MRSA verbreiten sich auch anders.

20 Prozent der Hühnchen-Schlachtkörper wiesen Keimzahlen von Campylobacter sogar über dem in der EU diskutierten Grenzwert auf, teilte das BVL weiter mit. "Angesichts der hohen Zahl an Erkrankungen des Menschen an einer Campylobacter-Infektion besteht aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes Handlungsbedarf."

Die Hygieneanstrengungen bei der Geflügelschlachtung müssten allgemein intensiviert werden, erklärte die Aufsichtsbehörde. Zugleich wies sie darauf hin, dass die auf Hühnerfleisch gefundenen Keime allgemein teilweise deutlich häufiger gegen Antibiotika resistent waren als die auf Rindfleisch festgestellten Erreger gleichen Typs.

Das galt etwa für die ebenfalls potenziell gefährlichen E.coli-Bakterien, das die Kontrolleure auf mehr als 60 Prozent der getesteten Proben frischen Hühnerfleisches fanden. 80 Prozent waren demnach antibiotikaresistent, während es bei Rindfleischproben nur 30 Prozent waren.

Auch die Campylobacter-Proben von Schlachthühnern waren häufiger resistent. Während das wichtige Antibiotikum Ciprofoxacin bei ihnen in 47,5 Prozent der Fälle nicht wirkte, galt dies nur für 39,4 Prozent der Proben von Schlachtrindern. Auch die ohnehin resistenten MRSA-Keime kamen bei Schlachthühnern (49 Prozent) deutlich häufiger vor als auf Schlachtrinder (fünf Prozent). Die Ursachen für die Unterschiede sollten untersucht werden, betonte das BVL. Generell sei allerdings festzustellen, dass die Resistenzrate im Vergleich zu den Vorjahren zurückgingen.

(xity, AFP)


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