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Sonderausstellung auf Burg Linn

Installationen von Künstler Georg Opdenberg

Das Museum Burg Linn in Krefeld zeigt ab 25. Mai 2014, die Sonderausstellung "Memento Mori – auch ein Totentanz" mit Arbeiten von Georg Opdenberg in den Räumen der Burg Linn.

Krefeld - Opdenberg, Jahrgang 1950, lernte nach seinem Ingenieurstudium in Essen von 1979 bis 1981 an der Werkkunstschule Krefeld. Im unteren und oberen Rittersaal sowie in zwei weiteren Räumen sind ab Sonntag rund 30 Bilder und Istallationen des gebürtigen Krefelder Künstlers aus den 1970er-Jahren bis 2014 zu sehen. Die Ausstellung dauert bis zum 20. Juli 2014.

"Die Darstellung des Totentanzes ist ein historisches Thema, das bis ins Mittelalter zurückreicht“, sagt Dr. Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn. Im 14. Jahrhundert raffte die "Pest“ ein Drittel der Bevölkerung in Europa dahin. Diese und andere Seuchen machten keinen Standesunterschied. Der "tanzende Tod“ holte Arme, Geistliche und Adlige. Hier waren sie alle gleich. Opdenberg beschäftigt sich seit mehreren Jahrzehnten mit diesem Thema. Während seiner Arbeit als Landvermesser stieß er im freien Feld immer wieder auf Tierschädel. Eine Art "Memento Mori“, gedenke, dass du sterblich bist, seien solche Funde für ihn gewesen, die er dann als Vorlage für Holzschnitte genommen hat. Für seine Holzschnittdrucke verwendet er gerne leere Seiten, die er aus alten Büchern heraustrennt. "Die Spannung, die von einem alten Blatt Papier ausgeht, kann man mit nichts vergleichen“, so der Künstler. Neben Papier ist es vor allen Dingen der Werkstoff Holz, den er verwendet. "Ich arbeitete gerne mit diesen Materialien“, betont Opdenberg.

Die Willkür des Todes erfasst Opdenberg wie mit seinem "Glücksrad“ (1999) im unteren Rittersaal mit einem spielerischen Element. Der Sensenmann spielt hier Zufall. Ob Soldat, Bauer oder Edelmann, wer beim Sensenmann hält, ist dran. Auch andere Arbeiten, deren Elemente neu gesteckt und gehangen werden können, greifen die schicksalhafte Idee des Zufalls und der Willkür auf. Obwohl es nicht Opdenbergs vorrangige Intention ist, schlägt er hier die Brücke zu der anderen Ausstellung im Museum Burg Linn über den Ersten Weltkrieg. Wie der Seuchentod im Mittelalter hat die ungeheuerliche Materialschlacht vor 100 Jahren auf den Schlachtfeldern keine Unterschiede zwischen Arbeitern, Bürgersöhnen und Adligen gemacht. Unterschiedslos fielen die zumeist jungen Männer im Feld. Wann, wen, welche Patrone oder Granate traf, es war nur ein Zufall, die Willkür des Moments.

Die Ausstellung in der Burg Linn in Krefeld, Rheinbabenstraße 85, wird am Sonntag, 25. Mai 2014, um 11 Uhr eröffnet. Dr. Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn, begrüßt die Gäste, zur Einführung spricht Georg Opdenberg. Weitere Informationen stehen unter www.krefeld.de/burglinn.


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