Solidarität mit Betroffenen von häuslicher Gewalt

Stadt Iserlohn zeigt Flagge zum Aktionstag

Die Stadt Iserlohn setzt am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ein sichtbares Zeichen für das Ende von geschlechtsspezifischer Gewalt.

Iserlohn - Die Stadt Iserlohn setzt am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ein sichtbares Zeichen für das Ende von geschlechtsspezifischer Gewalt. Bürgermeister Michael Joithe und die Gleichstellungsbeauftragte Patricia da Cruz Santos hissten am Gebäude der Stadtbücherei am Alten Rathausplatz eine blaue TERRE DES FEMMES-Fahne.
Die Menschenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES setzt sich weltweit für die Rechte von Mädchen und Frauen ein. Seit nun zwanzig Jahren ruft die Organisation dazu auf, den Internationalen Gedenktag am 25. November zu nutzen, um die Öffentlichkeit auf die immer noch hoch brisante Problematik aufmerksam zu machen. Mehr als 8 500 Fahnen in vielen verschiedenen Sprachen wehen laut TERRE DE FEMME bereits überall auf der Welt. Auch Städte und Gemeinden in Deutschland beteiligen sich an dieser Aktion indem sie die Botschaft „gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei leben ohne Gewalt“ verbreiten.

Zudem setzen an diesem Abend rund einhundert deutsche Städten ein Leuchtzeichen gegen Gewalt. Auch in Iserlohn werden ab 17 Uhr mehrere Gebäude orange beleuchtet. Die vom Zonta Club Iserlohn initiierte Aktion "Orange your City" soll symbolisch das Dunkelfeld von Gewalt an Frauen und Mädchen ausleuchten.

Jeden Tag erleben Frauen in Deutschland körperliche oder psychische Gewalt. Die aktuelle Statistik des Bundeskriminalamtes zeigt, dass die Zahlen von Partnerschaftsgewalt seit 2015 kontinuierlich steigen. Die Opfer von Partnerschaftsgewalt sind zu über 80 Prozent weiblich. Statistisch werden jede Stunde in Deutschland durchschnittlich 13 Frauen Opfer von Gewalt in Partnerschaften. Alle zweieinhalb Tage stirbt eine Frau durch die Gewalttat ihres Partners oder Ex-Partners. Über 600 Strafanzeigen gab es 2020 wegen häuslicher Gewalt allein im Märkischen Kreis. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Kinder sind ebenfalls betroffen.
Fachleute gehen davon aus, dass die Zahlen häuslicher Gewalt seit Beginn der Corona-Pandemie aufgrund von Einschränkungen des öffentlichen Lebens und fehlender sozialer Kontakte deutlich angestiegen sind. Die Opfer schweigen häufig aus Angst oder Scham.

Ziele des Aktionstages sind unter anderem, dazu beizutragen, das Thema „Häusliche Gewalt“ aus der Tabuzone zu holen sowie Betroffene oder Angehörige zu ermutigen, das Schweigen zu brechen und Hilfe einzufordern.

Betroffene und Angehörige können sich an die Gleichstellungsstelle der Stadt wenden, telefonisch unter 02371 217-1330 oder per E-Mail an patricia.dacruzsantos@iserlohn.de. Die Gleichstellungsstelle informiert und vermittelt Kontakte zu Fachberatungsstellen.