11.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Söder weist Berlin Verantwortung für schlechte CSU-Umfragewerte zu

Söder weist Berlin Verantwortung für schlechte CSU-Umfragewerte zu

CSU verharrt gut eine Woche vor Bayern-Wahl im Stimmungstief

Angesichts weiter sinkender Umfragewerte der CSU vor der bayerischen Landtagswahl geht Ministerpräsident Söder auf Distanz zur großen Koalition auf Bundesebene. "Das sind alles Zahlen, die unglaublich geprägt werden durch Berliner Politik", sagte er.

Angesichts weiter sinkender Umfragewerte der CSU vor der bayerischen Landtagswahl geht Ministerpräsident Markus Söder auf Distanz zur großen Koalition auf Bundesebene. "Das sind alles Zahlen, die unglaublich geprägt werden durch Berliner Politik", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung von Freitag. Gut eine Woche vor der Wahl verharrt die CSU im Stimmungstief, laut einer Erhebung für die ARD rutscht sie auf ein Rekordtief von 33 Prozent.

Söder warnte davor, die Landtagswahl am 14. Oktober zu einem "Denkzettel für Berlin" werden zu lassen. Zugleich übte er Kritik an der Arbeit der Regierung aus Union und SPD in Berlin: "Interner Streit schadet immer - egal, von wem er kommt."

Der Ministerpräsident kritisierte indirekt auch das Verhalten von CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer im Zusammenhang mit dessen Flüchtlings-Masterplan: "Ich gebe zu: Das waren nicht gerade unsere allergrößten Sternstunden!" Söder forderte die große Koalition zur Kompromissfindung auf: "Wenn sich Ego First weiter durchsetzt, führt das zur Unregierbarkeit."

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch sprach von einem durchsichtigen Wahlkampfmanöver Söders. Die CSU trage die Hauptverantwortung für das "anhaltende Chaos", sagte Bartsch der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). Söder sei Teil der CSU, die drei Bundesminister stelle. Es werde ihm nicht gelingen, "sich als Oppositionspolitiker im bayerischen Wahlkampf darzustellen".

Laut einer Umfrage von Infratest dimap für die ARD-"Tagesthemen" rutschte die CSU auf ein Rekordtief von 33 Prozent, wie der WDR am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage im September bedeutet dies ein Minus von zwei Prozentpunkten. Zweitstärkste Kraft sind demnach die Grünen mit einem neuen Höchstwert von 18 Prozent (plus eins).

Sowohl die SPD als auch die Freien Wähler kommen den Angaben zufolge unverändert auf elf Prozent. Die FDP würde mit sechs Prozent (plus eins) den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, die Linken mit 4,5 Prozent (minus 0,5) hingegen nicht. Die AfD liegt in der Umfrage bei zehn Prozent (minus eins).

Das einzig mögliche Zwei-Parteien-Bündnis wäre demnach Schwarz-Grün. Dagegen würde es für eine Koalition der CSU mit den Freien Wählern oder mit der SPD nicht reichen.

Ein aktuelles ZDF-"Politbarometer Extra" von Freitag sieht die CSU bei 35 Prozent, auf Platz zwei liegen die Grünen mit unverändert 18 Prozent. Die SPD verliert demnach einen Punkt auf zwölf Prozent. Für die Freien Wähler werden zehn Prozent vorhergesagt (minus eins). Auch die AfD würde zehn Prozent erreichen. Rechnerisch möglich wären dieser Umfrage zufolge Koalitionen aus CSU und Grünen sowie aus CSU und SPD oder Bündnisse aus mehr als zwei Parteien.

© 2018 AFP


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