Sitzung des Ausschusses für Flüchtlingsfragen

Unterbringung, Betreuung und Integration im Fokus

In der ersten Sitzung des neuen "Unterausschusses für Flüchtlingsfragen" im Rathaus hat OB Frank Meyer die Unterbringung, Betreuung und Integration der Flüchtlinge in Krefeld nochmals als große Herausforderung und komplexe Aufgabenstellung bezeichnet.

Krefeld - Der Oberbürgermeister hatte zu Beginn seiner Amtszeit die Gründung eines Unterausschusses des Hauptausschusses für Flüchtlingsangelegenheiten initiiert, den der Stadtrat daraufhin am 10. Dezember beschlossen hat. "Unser Ziel ist es, in diesem Ausschuss die Themen zu bündeln, die Flüchtlinge betreffen, und damit als Verwaltung noch schneller und effektiver agieren zu können", so Frank Meyer.

Der Oberbürgermeister stellte die Bereitschaft der Krefelder zur Unterstützung der Flüchtlinge heraus. Außerdem dankte er dem Krefelder Flüchtlingskoordinator Dr. Hansgeorg Rehbein für die bisher geleistete intensive Arbeit zur Koordination der ehrenamtlichen Hilfe in den Stadtteilen mit vielen Initiativen und Organisationen. "Was hier in den wenigen Wochen mit Unterstützung der Krefelderinnen und Krefelder bereits erreicht werden konnte, ist beeindruckend", sagte Frank Meyer. Der Unterausschuss für Flüchtlingsfragen soll zunächst quartalsweise zusammen kommen. An der ersten Sitzung nahmen neben Oberbürgermeister Frank Meyer unter anderem auch Stadtdirektorin Beate Zielke, Stadtkämmerer Ulrich Cyprian, Beigeordneter Martin Linne, der Leiter des Fachbereichs Soziales Wolfram Gottschalk, der Leiter des Fachbereichs Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung Gerhard Ackermann und die Integrationsbeauftragte Dr. Tagrid Yousef teil.

Die aktuelle Situation und den weiterhin dringenden Bedarf bei der Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen machte Stadtdirektorin Beate Zielke deutlich: "Zurzeit leben 3505 Flüchtlinge in Krefeld. Davon sind noch 747 Personen in Turnhallen untergebracht, 299 in Traglufthallen, 1191 Personen in regulären Sammelunterkünften und 1268 Personen in Wohnungen." Jede Woche erreichten Krefeld im Schnitt 100 weitere Flüchtlinge. Bei der geplanten Inbetriebnahme der Flüchtlingsunterkunft des Landes NRW auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Forstwald mit 1000 Personen werde diese Zahl an Personen zwar dem kommunalen Kontingent der Stadt Krefeld angerechnet. Dies sorge aber voraussichtlich nur für wenige Wochen für Entlastung. "Diese Zeit wollen wir nutzen, um weitere Kapazitäten aufzubauen", so Zielke. Wann eine der belegten Turnhalle wieder für den Sportbetrieb freigegeben werden könne, ließe sich entsprechend zurzeit nicht sagen.

Weiteres Thema war im Ausschuss die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Insgesamt sind der Stadt Krefeld aktuell 163 solche Jugendliche zugewiesen, die überwiegend männlich und zwischen 15 und 17 Jahren alt sind. "Wir bemühen uns mit den Trägern der Jugendhilfe hier zusätzliche Plätze zur Verfügung zu stellen", stellte Gerhard Ackermann heraus. Dazu suche die Stadt auch Pflegeeltern, gerade in der vergangenen Woche hatte die Verwaltung zu einer entsprechenden Informationsveranstaltung geladen.