18.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Sinti und Roma werden in Medien häufig diskriminiert

Sinti und Roma werden in Medien häufig diskriminiert

Zentralrats-Chef Rose fordert Abkehr von Feindbildern

In deutschen Medien sind einer aktuellen Studie zufolge diskriminierende Darstellungen von Sinti und Roma an der Tagesordnung.

Berlin - In der Medienlandschaft gebe es insgesamt "kaum Sensibilität für antiziganistische Aussagen und Darstellungen", heißt es in der Untersuchung "Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit" des Politologen Markus End.

Selbst in Fällen, in denen bedacht werde, dass es sich beim Thema Sinti und Roma um ein sensibles Thema handele, sei die Berichterstattung nicht frei von stereotypen Äußerungen und Darstellungen. "Häufig kommen diese auch wider besseres Wissen und Willen zustande." So würden etwa Vorurteile zur angeblichen Kriminalität bei Sinti und Roma in der Berichterstattung häufig nicht als solche verstanden, "sondern als veraltete oder erklärbare, aber dennoch bis zu einem gewissen Maße korrekte Darstellungen der Realität".

Der Vorsitzende des Zentralrates der Sinti und Roma in Deutschland, Romani Rose, sagte bei der Vorstellung der Studie in Berlin, die Minderheit werde mit "unlauteren Mitteln stigmatisiert". So werde etwa die "aggressiv geführte Debatte über Armutszuwanderung" auf dem Rücken der Sinti und Roma ausgetragen. Die Medien sollten bestehende Feindbilder kritisch hinterfragen.

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, sagte auf der Pressekonferenz, kaum eine andere Gruppe in Deutschland sei so stark von Diskriminierung betroffen wie die Sinti und Roma. Sie hätten etwa bei der Arbeitssuche häufig "schlechte Karten". Auch Lüders kritisierte die öffentliche Debatte über die Armutszuwanderung aus Südosteuropa. Der Grat zwischen Slogans wie "Wer betrügt, fliegt" und "offen rassistischer Wahlwerbung" sei sehr schmal. Mit dem Slogan "Wer betrügt, fliegt" hatte die CSU Sanktionen gegen Zuwanderer verlangt, die zu Unrecht Sozialleistungen in Deutschland in Anspruch nehmen.

(xity, AFP)


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