23.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Singhammer fordert Aufnahme irakischer Christen

Singhammer fordert Aufnahme irakischer Christen

CSU-Politiker: Muslime sollen Stellung beziehen

Angesichts der Vertreibung der Christen aus Mossul hat sich der CSU-Politiker Singhammer für die Aufnahme verfolgter Christen aus dem Irak ausgesprochen.

Berlin - "Wir müssen christliche Flüchtlinge aufnehmen. Vor allem auch deshalb, weil die Betroffenen in dem zunehmend christenfeindlichen Umfeld aus überwiegend islamischen Staaten kaum eine sichere Zuflucht finden", sagte Singhammer der "Saarbrücker Zeitung". Die Ereignisse seien "eine der schlimmsten Nachrichten der letzten Jahre".

Singhammer rief die muslimischen Organisationen in Deutschland auf, "einmal Klartext zu reden und sich für die Christen und gegen deren Vertreibung aktiv einzusetzen". Das solle auch Thema der nächsten Islamkonferenz sein. Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat hatte vergangene Woche den Christen von Mossul per Flugblatt und über Lautsprecher ein Ultimatum bis Samstagmittag gestellt, zum Islam zu konvertieren oder die Stadt zu verlassen. Andernfalls drohe ihnen der Tod. Daraufhin waren tausende Christen aus Mossul in die nahegelegenen Kurdengebiete geflohen.

Die christliche Minderheit, die seit der Frühzeit des Christentums in Mossul präsent ist, ist schon seit Jahren Angriffen ausgesetzt. Vor der US-Invasion lebten Schätzungen zufolge rund eine Million Christen im Irak, davon 600.000 in Bagdad und 60.000 in Mossul, doch wanderten seitdem große Teile aus. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), der 57 muslimische Staaten angehöre, nannte die Vertreibungen aus Mossul "ein inakzeptables Verbrechen" und sagte Hilfe zu. Auch der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Vertreibungen und sprach von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".

Singhammer forderte muslimische Elternhäuser und deren Umfeld auf, mehr zu tun, damit ihre Kinder nicht in den radikalen Islamismus abdrifteten. Zudem forderte der CSU-Politiker Konsequenzen bei der Staatsbürgerschaft. "Leute, die sich islamistischen Haltungen verschrieben haben und in Länder des Nahen Ostens fahren, um dort Andersgläubige zu massakrieren, oder die so etwas unterstützen, dürfen nicht Deutsche werden", sagte Singhammer. Mit Blick auf antisemitische Parolen bei Protesten gegen Israels Gaza-Offensive sagte er, wer eine "solche antijüdische Grundhaltung" habe, missbrauche sein Gastrecht.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH