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Sind Krefelder Kinderspielplätze sicher?

Schadstoffuntersuchungen erforderlich

Nachdem auf dem Braunschweiger Platz in Krefeld-Uerdingen im Jahr 2012 Schadstoffe im Boden gefunden wurden, die eine Sperrung und Sanierung des Spielplatzes erforderlich gemacht haben, werden kontinuierlich Flächen untersucht.

Krefeld - Aktuell wurden im Auftrag der Stadt 20 Kinderspielplätze überprüft, die sich auf oder in unmittelbarer Nähe von bereits erfassten Altstandorten oder Altlablagerungen befinden. Das beauftragte Institut für Umwelt-Analyse (IFUA) Bielefeld führte die Untersuchungen in der ersten Jahreshälfte 2014 durch. Inzwischen liegt der Ergebnisbericht vor.

IFUA beprobte auf den Spielplätzen die intensiv bespielten Flächen und prüfte die weniger intensiv bespielten oder unzugänglicheren Bereiche auf Hinweise zu potentiell schadstoffbelastetem Material im Boden. Fanden sich solche Hinweise, wurden auch hier Proben entnommen. IFUA untersuchte die Bereiche, die für grabende Kinder erreichbar sind, in den Tiefen von 0 bis 10 und 10 bis 35 Zentimetern, sowie den Boden unter den Sandflächen bis in 60 Zentimeter Tiefe. Wege und das Tennenmaterial von Bolzplätzen wurde oberflächennah beprobt. Die Proben wurden im Labor auf die Gehalte an Schwermetallen und an Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) analysiert. Den Messwerten wurden die Prüfwerte der Bundesbodenschutzverordnung gegenübergestellt, bei deren Überschreitung weiterer Handlungsbedarf besteht.

Die Untersuchungen ergaben, dass bei 13 der Spielplätze keine dieser Prüfwerte überschritten wurden. Es handelt sich um die Kinderspielplätze Am Neuerhof, Behringstraße (mit Bolzplatz), Duisburger Straße in der Kleingartenanlage Hagschinkel, Engerstraße (mit Bolzplatz), Engländerstraße, Fritz-Huhnen-Straße, Hermannstraße, Freizeitzentrum Süd Kölner Straße (mit Bolzplatz), Kleingartenanlage Kirschenbüschgen, Randstraße, Schreinerstraße, Taxusweg und den Spielplatz im Stadtpark Uerdingen.

Handlungsbedarf besteht jedoch an den anderen Spielplätzen. Auf sechs dieser Plätze ist der Prüfwert für Blei im Boden überschritten, bei drei Spielplätzen zusätzlich für Arsen. Auf einem Spielplatz ist zudem der Prüfwert für den organischen Schadstoff Benzo(a)pyren, der zur Gruppe der PAK gehört, sowie für Quecksilber überschritten. Bei diesen Spielplätzen handelt es sich um die Anlagen Am Flohbusch, Am Lindenplatz, Büdericher Weg, Friedrich-Fröbel-Straße, Griesbacher Straße und Herbertzstraße. Die Prüfwertüberschreitungen wurden hier allerdings in Proben gemessen, die aus tieferen Bereichen stammen oder die durch eine dichte Grasnarbe überdeckt und damit für Kinder kaum zugänglich sind.

Zur dauerhaften Absicherung soll in den betroffenen Bereichen der Boden ausgetauscht und lokal eine Einkornbetonschicht eingebracht werden. Diese zwischen Untergrund und dem aufgetragenen Material liegende Schicht kann durch grabende Kinder nicht durchbrochen werden und verhindert damit den direkten Kontakt. Bei den Spielplätzen, für die vom Fachbereich Grünflächen Umgestaltungen vorgesehen sind, werden diese Maßnahmen bei der Planung berücksichtigt.

Auf dem Spielplatz an der Dießemer Straße wurden oberflächennah Bodenbelastungen durch Blei festgestellt. Die Stadt Krefeld wird hier in Kürze einen Bodenaustausch vornehmen. Der Nutzgarten im östlichen Teil der Fläche wurde vorsorglich aus der Nutzung genommen. Dies wurde mit der Leitung des Spiel- und Jugendtreffs besprochen und vereinbart.


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