Seehofer sieht wieder "Fundament des Vertrauens" mit Merkel

CSU-Vorsitzender: Versöhnung zwischen Schwesterparteien ist "Chefsache"

CSU-Chef Seehofer sieht gute Chancen, mit Bundeskanzlerin Merkel (CDU) den Dauerstreit in der Union zu beenden.

Berlin - "Die Kanzlerin und ich haben jetzt wieder ein Fundament des Vertrauens gelegt, auf das man aufbauen kann", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". Die Versöhnung zwischen den Schwesterparteien sei "Chefsache".

Die Annäherung "sollte nicht immer von Leuten aus der zweiten und dritten Reihe kommentiert werden, die noch nie Wahlen gewonnen haben", sagte Seehofer. "Die sollen ruhig sein und ihre Arbeit machen".

Die für Ende Juni geplante Klausurtagung von CDU und CSU in Potsdam solle eine "Arbeits-, keine Beschlussklausur" werden, fügte der der bayerische Ministerpräsident hinzu. "Wir wollen uns mit gemeinsamen Zukunftsvisionen für beide Parteien nicht unter Druck setzen." Er strebe ein gemeinsames Wahlprogramm mit der CDU an, aber nicht um jeden Preis: "Notfalls gibt es eben zwei Programme."

Für neuen Ärger dürfte ein Entwurf der CSU zum Grundsatzprogramm sorgen. Strategiechef Markus Blume bestätigte der "BamS" Pläne, dass die Deutschen künftig per Volksentscheid mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit das Grundgesetz ändern können sollen. Der CSU gehe es dabei auch um die Asylpolitik. Die CDU lehnt bundesweite Volksentscheide hingegen ab.

Die Spitzen von CDU und CSU überhäufen sich derzeit nahezu täglich mit gegenseitigen Vorwürfen. Für Streit sorgt derzeit unter anderem die Reform der Erbschaftsteuer, bei der es auch nach einem Spitzentreffen im Kanzleramt diese Woche keine Annäherung gab. Auch in der Flüchtlingsfrage haben CDU und CSU unterschiedliche Ansätze. Bei ihrem Treffen in Potsdam wollen die Schwesterparteien am 24. und 25 Juni versuchen, Gemeinsamkeiten auszuloten und über ein mögliches gemeinsames Wahlprogramm zu sprechen.

(xity, AFP)