Seehofer reist am 4. März zu Gespräch mit Orban nach Ungarn

Heikler Besuch ein halbes Jahr nach Merkels Flüchtlings-Einladung

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer plant erneut eine vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise heikle Auslandsreise.

München - Gut einen Monat nach seinem Besuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin will Seehofer am 4. März den wegen des Errichtens von Grenzzäunen umstrittenen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban in Budapest besuchen, sagte eine Sprecherin der bayerischen Staatskanzlei am Freitag in München und bestätigte damit einen Bericht des "Münchner Merkur".

Seehofer werde bei seiner eintägigen Ungarnreise zunächst mit Orban ein Gespräch führen und anschließend eine Rede an der Budapester Andrassy-Universität während einer Konferenz unter dem Thema "Herausforderungen für Europa aus ungarischer und bayerischer Sicht" halten.

Die Auslandsreise findet genau ein halbes Jahr nach der Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) statt, in Ungarn festsitzende Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Diese Entscheidung hat Seehofer wiederholt massiv kritisiert, das Verhältnis der CDU-Chefin und des CSU-Chefs gilt seither als sehr belastet.

Seehofer hatte bereits kurz nach der Merkel-Entscheidung Orban bei einer CSU-Klausur Ende September im fränkischen Kloster Banz zu Gast. Dieser Besuch war ebenso wie die jüngste Reise Seehofers nach Moskau scharf kritisiert worden.

Der Chef der bayerischen Landtags-Grünen, Ludwig Hartmann, nannte die neue Seehofer-Reise die "Extratour eines außenpolitischen Einfaltspinsels". Es sei bedauerlich, dass sich Seehofers außenpolitischer Aktionismus nur in destruktiven Beiträgen erschöpfe.

(xity, AFP)