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Seehofer rechtfertigt Kritik an Merkel bei CSU-Parteitag

CSU-Chef: Wir werden weiter gut zusammenarbeiten

CSU-Chef Seehofer hat seinen Angriff auf Bundeskanzlerin Merkel (CDU) auf dem CSU-Parteitag gerechtfertigt.

München - "Zuallererst war ich nicht von der Rede enttäuscht, sondern von der Botschaft", sagte Seehofer. Merkel habe "keinen einzigen Satz" zum Anliegen der CSU gesagt, die Zahl der Flüchtlinge mit einer Obergrenze zu reduzieren. "Kein Zeichen der Verständigung, obwohl sie meine Position kennt."

Seehofer hatte am Freitag die offene Konfrontation mit Merkel in der Flüchtlingspolitik gesucht und diese auf offener Bühne angegriffen. Die Kanzlerin hatte zuvor in einer Rede bekräftigt, gegen eine Obergrenze für die Aufnahme Flüchtlinge zu sein. Damit erteilte sie einer zentralen Forderung der CSU eine ausdrückliche Absage.

Seehofer betonte im Gespräch mit der "Bild am Sonntag", dass es "keinen Bruch" zwischen ihm und Merkel gebe. "Wir werden trotz mancher unterschiedlicher Position weiter gut zusammenarbeiten", sagte der bayerische Ministerpräsident. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der "BamS": "Trotz unterschiedlicher Meinungen bleiben CDU und CSU eine starke Gemeinschaft."

Aus der CDU kam dagegen weiter Kritik am Verhalten Seehofers. Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte der Zeitung: "Dies war keine Demütigung von Angela Merkel. Dies war der Unterschied zwischen einem Parteivorsitzenden auf einem Parteitag und einer Kanzlerin, die Verantwortung für Deutschland und Europa trägt."

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi warf Seehofer vor, sich "oberlehrerhaft und unerhört gegenüber der deutschen Bundeskanzlerin" verhalten zu haben: "Gerade in der jetzigen Situation ist das Verhalten von CSU und Seehofer unverantwortlich", sagte Fahimi dem Blatt.

Die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Bundestags, Claudia Roth, sagte der "BamS": "Es gehört sich nicht, dass man eine Frau vor versammelter Mannschaft derart vorführt. Das zeugt von einer schlechten Kinderstube." Mit seinem Verhalten habe sich Seehofer vom "demokratischen Grundkonsens" verabschiedet.

(xity, AFP)


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