15.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Seehofer fürchtet Abschaltung von Akw Grafenrheinfeld

Seehofer fürchtet Abschaltung von Akw Grafenrheinfeld

Bayern: Versorgungssicherheit gefährdet

Eon will das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern bereits Anfang 2015 vom Netz nehmen und damit ein halbes Jahr früher als geplant - wegen der Brennelementesteuer sei der Weiterbetrieb unrentabel.

München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) fürchtet eine vorzeitige Abschaltung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt und damit Engpässe bei der Stromversorgung in seinem Bundesland. "Wir brauchen die Kapazitäten von Grafenrheinfeld 2015 noch für die Versorgungssicherheit", sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung". Dem Blatt zufolge will der Betreiber, der Energiekonzern Eon, das Atomkraftwerk (Akw) bereits im Frühjahr 2015 vom Netz nehmen, gut ein halbes Jahr früher als im Ausstiegsplan vorgesehen. Eon verwies der Zeitung gegenüber lediglich darauf, dass die Wirtschaftlichkeit für den Weiterbetrieb entscheidend sei.

Laut "Süddeutscher" will Eon in Grafenrheinfeld die Brennelementesteuer sparen, die bei einer Beladung des Reaktors mit neuen Brennstäben fällig würde. Eon wolle die Kosten durch das vorzeitige Abschalten vermeiden. Seehofer sagte der Zeitung, der Bund könne dem Konzern "steuerlich" entgegenkommen, etwa durch Kürzung der Brennelementesteuer. Denkbar wäre auch, den Betrieb als systemrelevantes Reservekraftwerk anzuordnen. Die Kosten würden dann auf alle Steuerzahler umgelegt.

Seehofer drang auf eine rasche Lösung. "Wir müssen im Laufe der nächsten Woche Klarheit schaffen", sagte er der Zeitung. Ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte am Freitag in Berlin, ein Antrag auf vorzeitige Abschaltung des Akw liegt der zuständigen Bundesnetzagentur noch nicht vor. Einen solchen Antrag müssen Unternehmen ein Jahr vor der Abschaltung stellen.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH