Sechster Verdächtiger nach Juwelendiebstahl aus Grünem Gewölbe gefasst

23-Jähriger in Berlin festgenommen - Weiter keine Spur von Juwelen

Etwa ein Jahr und neun Monate nach dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden haben die Ermittler einen sechsten Verdächtigen gefasst. Der 23-Jährige wurde laut Staatsanwaltschaft und Polizei in Berlin festgenommen.

Etwa ein Jahr und neun Monate nach dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden haben die Ermittler einen sechsten Verdächtigen gefasst. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in der sächsischen Hauptstadt mitteilten, wurde der 23-Jährige am Donnerstag in einer Wohnung in Berlin festgenommen. Auch er soll demnach direkt an dem nächtlichen Museumseinbruch beteiligt gewesen sein.

Laut Ermittlern waren damit nun alle mutmaßlich unmittelbar an der Tat beteiligten Verdächtigen ermittelt und von den Behörden gestellt. Vier Verdächtige waren schon Ende 2020 gefasst worden, ein fünfter im Mai dieses Jahres. Daneben wird noch gegen mehrere Beschuldigte wegen Beihilfe ermittelt, etwa weil sie das Museum im Vorfeld des Einbruchs im November 2019 ausgespäht haben sollen.

Damals waren die Täter durch ein Fenster in das Grüne Gewölbe im Residenzschloss der sächsischen Hauptstadt eingedrungen. Binnen wenigen Minuten stahlen sie historischen Juwelenschmuck aus dem 18. Jahrhundert von großem Wert aus einer Vitrine. Anschließend flohen sie mit einem Auto, das sie später in Brand setzten. Der Coup löste auch international erhebliche Aufmerksamkeit aus.

Eine Sonderkommission der sächsischen Polizei ermittelt seitdem, die Juwelen wurden bislang nicht gefunden. Die Verdächtigen in dem Fall stammen aus dem kriminellen sogenannten Clanmilieu der Hauptstadt. Alle sechs Beschuldigten wurden in Berlin gefasst.

Die Ermittlungen würden "aufgrund des Umfangs und der Komplexität des Sachverhalts" weiterhin "erhebliche Zeit in Anspruch nehmen", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der am Morgen gefasste Verdächtige sollte noch im Laufe des Donnerstags nach Dresden gebracht und einem Haftrichter vorgeführt werden.

© 2021 AFP