27.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Sechs Jahre Haft für Kunstberater Achenbach

Sechs Jahre Haft für Kunstberater Achenbach

Aldi-Familie begrüßt Urteil des Essener Landgerichts

Wegen Betrugs hat das Landgericht Essen den Kunstberater Helge Achenbach zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Essen - Die Strafkammer sprach Achenbach des Betrugs in 18 Fällen, teilweise in Tateinheit mit Untreue, sowie eines versuchten Betrugs schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

In ihrem Urteil stelle die Wirtschaftsstrafkammer fest, dass Achenbach bei der Vermittlung von Kunstgegenständen an den verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht entgegen vertraglicher Abreden überhöhte Einkaufspreise und damit auch vertraglich nicht geschuldete Provisionen abgerechnet hatte. Dadurch soll in acht Fällen ein Schaden von allein rund 5,2 Millionen Euro entstanden sein. In gleicher Weise sei Achenbach bei der Vermittlung von Oldtimer-Fahrzeugen vorgegangen - hier belief sich der Schaden laut Urteil bei sechs Betrugsfällen auf etwa 14,4 Millionen Euro.

Zudem soll Achenbach als Geschäftsführer der Berenberg Art Advice GmbH laut Urteil weitere Kunden um rund 1,2 Millionen Euro geschädigt haben. Ein in dem Prozess ebenfalls angeklagter Mitarbeiter der Berenberg Art Advice GmbH wurde wegen Betrugs- und Untreuedelikten zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt.

Bei der Strafzumessung würdigte es das Essener Gericht als strafmildernd, dass Achenbach teilweise geständig gewesen sei und Reue gezeigt habe. Als strafverschärfend wertete das Gericht aber den hohen Schaden von insgesamt knapp 21 Millionen Euro. Außerdem sei Achenbach mit erheblicher krimineller Energie über einen längeren Zeitraum planvoll vorgegangen und habe dabei das Vertrauen des ihm freundschaftlich verbundenen Albrecht ausgenutzt.

Die Witwe des 2012 gestorbenen Aldi-Erben und ihre Kinder begrüßten das Urteil gegen Achenbach. "Das Urteil verschafft der Familie des Geschädigten Genugtuung für das ihrem Ehemann und Vater von Helge Achenbach zugefügte Unrecht und den gravierenden Vertrauensbruch gegenüber einem vermeintlichen Freund", zitierte die "Rheinische Post" den Anwalt der Familie, Andreas Urban.

Auch zeige das Urteil, "dass auch und gerade auf dem Kunstmarkt, der in besonderem Maße auf das Vertrauen und die Ehrlichkeit der Geschäftspartner angewiesen ist, keine Betrügereien zulässig sind und sich die Beteiligten - wie dies die allermeisten Akteure auch tun - an die Gesetze zu halten haben".

(xity, AFP)


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