Schwesig will Kampf gegen Kindesmissbrauch verschärfen

Konzept sieht auch Reform bei Opferrechten vor

Strafrechtsverschärfungen und eine Reform bei Opferrechten: Bundesfamilienministerin Schwesig (SPD) will den Kampf gegen Kindesmissbrauch verschärfen.

Berlin - Schwesig legte in Berlin ein Gesamtkonzept vor, das neben Strafrechtsverschärfungen auch eine Reform bei Opferrechten vorsieht. "Für mich als Kinderministerin gibt es keine wichtigere Aufgabe als den Schutz von Kindern und Jugendlichen", erklärte die Ministerin.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Justizminister Heiko Maas schärfere rechtliche Bestimmungen vorgeschlagen, um besser gegen Kinderpornografie vorgehen zu können. Dies begrüßte Schwesig als "einen wichtigen Schritt".

Schwesig will darüber hinaus die psychosoziale Prozessbegleitung für Opfer von Kindesmissbrauch ausbauen. Zudem soll die Prävention ausgebaut werden, unter anderem durch einen uneingeschränkten Beratungsanspruch für Kinder auch ohne Kenntnis der Eltern im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Vorschläge sind mit dem Ende März eingesetzten Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, abgestimmt. Rörig erklärte in Berlin, er freue sich, dass sich nach vielen Enttäuschungen nun die große Koalition "mit neuem Schwung für den besseren Schutz der Jungen und Mädchen vor sexueller Gewalt und bessere Hilfen und Beratungsangebote einsetzt".

(xity, AFP)