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Schwesig will Elterngeld auch bei Teilzeitjob

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Ziel

Die Bundesregierung will mit einer zeitlichen Streckung des Elterngelds die Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranbringen.

Berlin - "Wir wollen die Elternzeit flexibler gestalten", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) bei der Vorstellung der Eckpunkte der von der großen Koalition vereinbarten Reform des Elterngelds. Ziel sei es, Eltern einen frühen Wiedereinstieg in den Beruf in Teilzeit zu ermöglichen, ohne dass diese Einbußen beim Elterngeld hinnehmen müssten.

Das Elterngeld wird bislang zwölf Monate nach der Geburt eines Kindes an den Partner ausgezahlt, der die Betreuung übernimmt. Es kann auf 14 Monate verlängert werden, wenn der andere Partner - zumeist der Vater - auch für zwei Monate die Betreuung übernimmt. Die Höhe des Elterngelds richtet sich nach dem letzten Nettogehalt; es kann mindestens 300 und maximal 1800 Euro betragen.

Mit der Einführung des sogenannten Elterngeldes Plus will Schwesig eine frühere Rückkehr in den Beruf attraktiver machen: Wer Teilzeit in einem Umfang von mindestens 25 Prozent arbeitet, kann künftig bis zu 28 Monate zusätzlich zum Teilzeiteinkommen Elterngeld bekommen. Diese Bezüge dürfen maximal die Hälfte der Summe betragen, die bislang ohne Erwerbstätigkeit nach der Geburt gezahlt wurden.

Unterm Strich bekommen in Teilzeit arbeitende Eltern über den gestreckten Zeitraum dann genauso viel Elterngeld wie Eltern, die auf Berufstätigkeit verzichten. Zusätzlich ist ein Partnerschaftsbonus geplant: Väter und Mütter, die zeitgleich in Teilzeit wechseln, um sich um das Kind zu kümmern, können dafür vier zusätzliche Elterngeld-Plus-Monate bekommen. Eltern von Mehrlingen bekommen künftig neben einer Bonuszahlung von 300 Euro zwei zusätzliche Partnermonate.

Änderungen sind auch bei der dreijährigen Elternzeit geplant: Bislang müssen zwei Jahre am Stück genommen werden, ein weiteres Jahr können die Eltern auf Antrag beim Arbeitgeber später nehmen. Künftig sollen Eltern einen Zeitraum von zwei Jahren später in Anspruch nehmen können - bis zum achten Lebensjahr des Kindes. Der Wunsch muss drei Monate vorher beim Arbeitgeber angemeldet werden, seine Zustimmung ist nicht erforderlich.

Die Eckpunkte seien "der erste Schritt zu einer Familienarbeitszeit", betonte Schwesig. Die Ministerin verwies auf Umfragen, nach denen sich 60 Prozent der Eltern wünschten, dass beide Partner in gleichem Umfang erwerbstätig sein und sich gleichermaßen um Haushalt und Familie kümmern könnten - "doch nur 14 Prozent verwirklichen diesen Wunsch". Die flexibleren Regelungen in Elternzeit und beim Elterngeld sollten dazu beitragen, auf "ganz unterschiedliche Umstände in den Familien einzugehen".

Schwesigs Vorschlag, junge Eltern nur noch 32 Stunden pro Woche arbeiten zu lassen und das Gehalt durch den Staat aufstocken zu lassen, war zu Beginn ihrer Amtszeit vom Koalitionspartner Union abgelehnt worden. Die nun geplante Reform kostet nach ihren Angaben 100 Millionen Euro, sie soll zum 1. Juli 2015 in Kraft treten. Im Bundeshaushalt sind für die Finanzierung des Elterngelds für dieses und das kommende Jahr jeweils 5,3 Milliarden Euro eingeplant.

(xity, AFP)


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