Schuster beklagt Antisemitismus in unterschiedlichen Erscheinungsformen

Zentralrats-Präsident nennt neben documenta auch Probleme in Schulen

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, beklagt aktuell hierzulande Antisemitismus in vielen Erscheinungsformen. Neben den Debatten um die Kunstausstellung documenta in Kassel nannte Schuster auch das Bildungssystem.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, beklagt aktuell hierzulande Antisemitismus in vielen Erscheinungsformen. Neben den Debatten um die Kunstausstellung documenta in Kassel nannte Schuster in der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag auch das Bildungssystem. "Antisemitismus ist in den Schulen leider ein strukturelles Problem", kritisierte er.

"Wir finden ihn in allen Fächern, in all seinen Erscheinungsformen, etwa auch mit Bezug auf Israel, und auch bei Lehrern selbst", sagte Schuster. Viele Lehrkräfte würden dabei nicht wissen, wie sie mit antisemitischen Vorurteilen umgehen sollen. Daher müsse ihnen hierfür "Rüstzeug an die Hand" gegeben werden.

"Wegschauen ist nämlich die bei weitem schlechteste aller Möglichkeiten", mahnte Schuster weiter. Er bekräftigte auch die Kritik an der Gestaltung der documenta, wo es massive Antisemitismus-Vorwürfe gibt. Ein besonders umstrittenes Werk mit antisemitischen Motiven wurde dort inzwischen abgedeckt.

© 2022 AFP