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Schuldfrage nach Flugzeugabsturz noch ungeklärt

Learjet-Pilot beging womöglich Flugfehler

Nach der Kollision eines Learjets mit einem Eurofighter ist die Unglücksursache noch immer unklar.

Olsberg-Elpe - Nach dem Flugzeugabsturz bei einem Luftwaffenmanöver über dem Sauerland hat sich die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) gegen frühzeitige Festlegungen auf eine Unfallursache gewandt. Anlass waren Medienberichte über einen möglichen Flugfehler des Piloten der abgestürzten Zivilmaschine. "Eine derartige Bewertung ist erst möglich, wenn alle zur Flugweg-Rekonstruktion nötigen Daten ausgewertet sind", sagte ein BFU-Sprecher in Braunschweig. "Das ist noch lange nicht der Fall."

Zuvor hatten die "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel Online" unter Berufung auf Luftwaffenkreise und mit den Ermittlungen vertraute Personen berichtet, bei der Flugzeugkollision am Montag über dem sauerländischen Ort Olsberg-Elpe deute vieles auf einen Flugfehler der Zivilmaschine hin. Der Pilot des Learjets habe im Verlauf der gemeinsamen Abfang-Übung offenbar eine zu enge Linkskurve geflogen und dabei einen der beiden an dem Manöver beteiligten Eurofighter von unten gerammt.

Bei dem Zusammenstoß der Zivilmaschine und des Kampfjets war ein Außentank des Eurofighters abgerissen worden. Dies könne darauf hindeuten, dass der Learjet der Militärmaschine von unten zu nah gekommen sei, verlautete auch aus Luftwaffenkreisen in Berlin. Allerdings müsse der Abschlussbericht der BFU zur Unglücksursache abgewartet werden.

Der BFU-Sprecher verwies darauf, dass die Behörde erst in vier bis acht Wochen einen ersten Zwischenbericht zu dem Unglück vorlegen werde. Mit dem Abschlussbericht, der auch Angaben zum genauen Unglücksursache enthalten werde, sei erst in Monaten zu rechnen.

Der Learjet der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) war nach der Kollision auf einen bewaldeten Hang nahe Olsberg-Elpe gestürzt. Die Behörden gehen davon aus, dass die beiden Insassen des Zivilflugzeuges dabei ums Leben kamen. Der beschädigte Eurofighter landete nach dem Zusammenstoß auf seiner Heimatbasis im rheinischen Nörvenich.

(xity, AFP)


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