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Schulden und Suchtprobleme bei Hartz-4-Empfängern häufig

DGB will Nachbesserungen bei Betreuung durch Kommunen

Mehr als zwei MillionenÂÂder 4,5 Millionen erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger haben Schätzungen zufolge Schulden- und Suchtprobleme sowie psychosoziale Schwierigkeiten.

Berlin - Dies geht aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Von den zuständigen Kommunen werden die betroffenen Hartz-IV-Bezieher mit ihren Problemen demnach meist allein gelassen.

Häufig träten bei den Betroffenen "mehrere Problemlagen gleichzeitig auf", heißt es in der Studie. Insgesamt geht der DGB in der Untersuchung für das Jahr 2012 von gut 1,1 Millionen erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfängern mit Schuldenproblemen aus, von denen laut Bundesagentur für Arbeit (BA) aber nur 32.500 durch die Kommunen entsprechend beraten wurden. Von den geschätzt 450.000 Hilfebedürftigen mit Suchtproblemen erhielten demnach lediglich 9000 eine Beratung. Von den 900.000 Betroffenen mit psychosozialen Schwierigkeiten wurden laut DGB-Studie nur für 20.000 Menschen kommunale Hilfen gemeldet.

Vor diesem Hintergrund erinnern die Autoren der DGB-Untersuchung daran, dass mit Hartz IV soziale und arbeitsmarktbezogene Integrationshilfen zusammengefasst und aus einer Hand erbracht werden sollten. "Das System schafft aber weder in rechtlicher noch in finanzieller Sicht die Voraussetzungen dafür, dass dies verbindlich flächendeckend umgesetzt wird", heißt es in der Studie. Es seien daher rechtliche und finanzielle Nachbesserungen erforderlich, beispielsweise die Einführung bundesweit verbindlicher Standards, die einen "schnellen und qualitativ hochwertigen Zugang zu den Leistungen absichern".

(xity, AFP)


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