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Schüler in Krefeld erkunden Berufsfelder

Tryp Hotel gewährt Einblicke hinter die Kulissen

Stoffservietten falten - im Fachjargon "brechen" genannt - ist eine Kunst: Selbst für die Pyramide, eine einfache, aber elegante Form, sind mehrere Schritte nötig, damit sie am Ende sicher auf dem Tisch steht.

Krefeld - "Der Gast muss die Serviette ohne viel Aufwand lösen können", erklärt Birgit Völlings, Hausdame, Qualitätsmanagerin und Ausbilderin im Tryp Hotel Düsseldorf-Krefeld, während sie den Vorgang demonstriert. Laura, Charlotte und Pia hören ihr sehr genau zu und erweisen sich als echte Naturtalente. Bereits beim zweiten Versuch sehen ihre Servietten aus, als könnten sie so im hoteleigenen Restaurant auf den Tischen stehen.

Zusammen mit fünf anderen Achtklässlern wollen die Mädchen einen Vormittag lang mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten im Tryp Hotel erfahren. Bei den Berufsfelderkundungen, die ein fester Bestandteil des neuen Landesprogramms "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) sind, haben sie dazu die Möglichkeit. "Meine Schwester ist hier Aushilfe und hat mir geraten, mir das mal anzuschauen", sagt Laura. "Ich finde das auch wirklich sehr cool, hier mal hinter die Kulissen zu schauen." Auch Charlotte ist erstaunt, welche Karrieremöglichkeiten ein Hotel bietet: ?Das hätte ich vorher gar nicht gedacht." Und Pia kann sich selbst gut vorstellen, später mal in diesem Bereich zu arbeiten. "Freunde meiner Eltern haben ein Hotel in Österreich", berichtet sie. "Deshalb habe ich mich dafür schon immer interessiert."

Das Landesvorhaben KAoA zur verbindlichen und systematischen Berufsorientierung, das von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein unterstützt wird, soll Jugendlichen einen erfolgreicheren Start in die Ausbildung als bisher ermöglichen. "Nur Schüler, die wissen, was sie können und was sie wollen, treffen die richtige Entscheidung für ihre berufliche Zukunft", erklärt Vera Borke, die im IHK-Bezirk Ansprechpartnerin für Unternehmen in Sachen KAoA ist. ?Dazu gehört auch, dass sie sich möglichst früh ein Bild von ihren Stärken, Interessen sowie von den einzelnen Berufen machen können. Und das geht nur in den Betrieben selbst.? Deshalb sind bei KAoA nach einer Potenzialanalyse jeweils drei Berufsfelderkundungen pro Schüler in insgesamt 16 Berufsfeldern wie "Wirtschaft/Verwaltung", "IT/Computer" und "Dienstleistung" Pflicht. Bis 2018 wird KAoA flächendeckend für alle weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen eingeführt. Am Mittleren Niederrhein nahmen in diesem Jahr bereits 4.100 Schüler daran teil, im nächsten Jahr werden es rund 6.000 sein.

Für Ausbilderin Birgit Völlings war es überhaupt keine Frage, Berufsfelderkundungsplätze in ihrem Unternehmen zur Verfügung zu stellen. "Wir sehen das als Investition in die Zukunft", sagt sie. "Denn man kann sich nicht beschweren, wenn man selbst nichts tut." Die Gastronomie und Hotellerie hätten es bereits heute schwer, geeigneten Fachkräftenachwuchs zu finden. "Dabei sind die beruflichen Perspektiven hervorragend - und die Welt steht Köchen, Restaurant- und Hotelfachleuten offen."

Völlings hat bei der Konzeption des Vormittags darauf geachtet, ein spannendes Programm für die Jugendlichen zusammenzustellen: "Uns war es wichtig, dass sie interessante Einblicke bekommen und eigene Erfahrungen sammeln können", sagt sie. "Schließlich erlebt man ein Hotel sonst nur als Gast. Dabei ist einem nicht immer bewusst, wie viele Menschen daran mitarbeiten und auf alle Details achten, damit man sich wohlfühlt."


 



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