20.04.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Schrecken ohne Ende

Schrecken ohne Ende

"Ghostland" zerrt an den Nerven der Zuschauer

Eine junge Horrorautorin stellt sich in diesem nervenaufreibenden Schocker ihrer traumatischen Vergangenheit und durchlebt erneut die Hölle auf Erden.

Düsseldorf - Am Anfang steht wie so oft im düsteren Genrebereich der Einzug in ein neues Heim mitten im Nirgendwo: Nach dem Tod ihrer Tante will sich Pauline (Mylène Farmer) mit ihren Töchtern Beth (Emilia Jones) und Vera (stark als ungehobelte Rebellin: Taylor Hickson) im Haus der Verstorbenen niederlassen. Schon am ersten Abend bricht jedoch großes Unheil über die drei herein, als sie von zwei Eindringlingen (Rob Archer, Kevin Power) brutal attackiert werden. Mit Mühe und Not kommen sie mit dem Leben davon, haben danach aber schwer mit den seelischen Verwundungen zu kämpfen.

Die kreative Beth sucht ihr Heil im Schreiben und entwickelt sich im Erwachsenenalter (nun gespielt von Crystal Reed) zu einer erfolgreichen Horrorautorin. Ihre Schwester (jetzt: Anastasia Phillips) hingegen, die noch immer mit ihrer Mutter im Haus der toten Verwandten wohnt, leidet unter Wahnvorstellungen und wendet sich Hilfe suchend an Beth. 16 Jahre nach den traumatischen Ereignissen kehrt die Schriftstellerin an den Ort des Schreckens zurück - mit fatalen Folgen.

Mehr sollte man über den Inhalt von "Ghostland" nicht verraten, da Laugiers neue Regiearbeit auch von ihren Meta-Spielereien und ihren drastischen Wendungen lebt. Auf dem falschen Fuß erwischt der Franzose den Zuschauer vor allem in der Mitte des Films, wenn sich das Geschehen urplötzlich um 180 Grad wendet. Obwohl dabei der Holzhammer herhalten muss und die Figuren psychologisch nicht allzu facettenreich ausgearbeitet sind, lässt man sich bereitwillig mitreißen.

Dass der räumlich begrenzte, mit einigen einschneidenden Gewalteruptionen versehene Horrorthriller fortlaufend an den Nerven zehrt, liegt auch an der intensiven Art und Weise, wie der Regisseur das Grauen heraufbeschwört. Schon der Überfall im Prolog ist eine akustisch höchst beunruhigende, verwackelt gefilmte Choreografie des Grauens, die einem fast keine Luft zum Atmen lässt. Auf der Tonspur wechseln sich durchgehend schrille Klänge und unheimliche Flüstergeräusche ab. Und mit großem Interesse für bizarre Besonderheiten erkundet die Kamera das einsam gelegene, mit altmodischem Kram vollgestopfte Anwesen, in dem ein Großteil der Handlung spielt. Ein besonderes Lob gebührt zweifelsohne der Ausstattungsabteilung, die allein mit den vielen gruseligen Puppenvariationen ganze Arbeit geleistet hat.

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