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Schmidt: Bauern dürfen nicht "Sündenbock der Klimaretter" werden

Agrarminister stellt sich gegen Vorstoß von Hendricks

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat davor gewarnt, den Bauern eine Hauptschuld für den Klimawandel zuzuschreiben.

Berlin - "Die Landwirtschaft darf nicht zum Sündenbock der Klimaretter werden", sagte Schmidt den Zeitungen der "Funke- Mediengruppe" mit Blick auf die Klimakonferenz in Paris. Klimaschutz und Ernährung sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. "Kernaufgabe der Landwirtschaft ist und bleibt die Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung", hob Schmidt hervor.

Der CSU-Politiker, der zu der Konferenz nach Paris reisen will, sagte mit Blick auf die Umweltstandards in der EU: "Die Vorgaben zum Klimaschutz müssen so gestaltet sein, dass die Landwirtschaft ihrer Kernaufgabe der Versorgung auch nachkommen kann."

Von Sonntag an suchen in Paris die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und die EU nach Lösungen für den Klimaschutz. Dabei soll es auch um die Rolle der Landwirtschaft gehen. Mit Blick auf die Umweltpolitik der schwarz-roten Koalition sagte Schmidt: "Die Bundesregierung muss klare gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die sowohl dem Umwelt- und Klimaschutz wie auch dem Ernährungsauftrag der Landwirtschaft Rechnung tragen." Das sollten alle beteiligten Ressorts beherzigen.

"Wer zu viel will, steht am Ende mit leeren Händen da", sagte Schmidt weiter. Damit reagierte der CSU-Politiker auf den Vorstoß von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), staatliche Agrarsubventionen nicht mehr nur nach Größe der Anbaufläche an die Bauern zu vergeben, sondern auch entsprechend der Umweltstandards in der Landwirtschaft.

(xity, AFP)


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