Schmetterlings-Dschungel im Zoo Krefeld

Falterpuppen aus Mittelamerika eingetroffen

Pünktlich zum Beginn der Osterferien hat der Schmetterlings-Dschungel im Zoo Krefeld wieder seine Türen für die Besucher geöffnet.

Krefeld - Begleitet wurde die Wiedereröffnung von Infoständen des Freiwilligenteams zu Bienen, heimischen und exotischen Schmetterlingen. Kinder konnten "Seedballs", kleine Samenbälle, basteln und zum Aussäen mitnehmen. Die "Seedballs" sind dicht mit Samen heimischer Pflanzen gespickt, die bei Schmetterlingen und Bienen sehr gefragt sind.

Gärtner und Tierpfleger mussten letzte Hand an die Pflanzenwelt des Hauses anlegen. Auch der kleine Flußlauf benötigte nach der Winterpause eine Grundreinigung. Mitte März sind die ersten Falterpuppen aus Mittelamerika eingetroffen. In der Hochsaison erhält der Zoo alle 14 Tage eine Lieferung der kostbaren Fracht. Abwechselnd aus Costa Rica und Malaysia kommen Pakete mit Faltern der bestellten Schmetterlingsarten an. Für die Tierpfleger ist es immer wieder ein Überraschungsmoment: ?Viele Puppen kennen wir natürlich und wissen welche Art ein paar Tage später bei uns schlüpfen wird. Manchmal sind aber auch Falter dabei, deren Namen oder Art wir erst einmal in Büchern nachschauen müssen", schmunzelt Rabea Hartmann, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Klaus Flühmann für den Schmetterlings-Dschungel verantwortlich ist.

Der Eröffnung des einzigen Schmetterlingshauses am Niederrhein, das nächste in NRW liegt in Hamm, wurde vor allem von Fotografen in den sozialen Medien entgegen gefiebert. Ganz nah kommt man den rund 200 farbenfrohen Faltern in dem 145 Quadratmeter großen Haus mit der unverkennbaren Kuppelform. Im Juli 2010 war die ?kleine Schwester" des Regenwaldhauses feierlich eröffnet worden. Schnell bildete sich eine Fangemeinde, große und kleine Zoobesucher sind gleichermaßen bezaubert, wenn sich die zarten Insekten auf Köpfe oder Schultern setzen oder federleicht durch die Pflanzenwelt schweben.

Rund um das Haus gedeihen im Sommer auch Pflanzen, die bei den heimischen Insekten sehr beliebt sind. Die Verluste in der heimischen Insektenwelt haben in den vergangenen Jahren dramatische Ausmaße angenommen. Hauptursachen sind schwindende Nahrungsquellen und massiver Einsatz komplexer Pflanzenschutzmittel, die alle Teile der Pflanze für Insekten giftig machen und sich somit in der Nahrungskette auch auf insektenfressende Kleinsäuger und Vögel auswirken. Besonders Bienen sind vom Massensterben betroffen. Daher wird sich der Zoo gemeinsam mit seinem Kooperationspartner NABU Krefeld-Viersen in diesem Sommer erneut mit einer Aktion zur Schmetterlingszählung an die Besucher wenden.