17.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Rund 1000 Grundschulen in Deutschland fehlt die Leitung

Rund 1000 Grundschulen in Deutschland fehlt die Leitung

Bezahlung laut Lehrerorganisation "völlig unattraktiv"

An rund 1000 Grundschulen in Deutschland gibt es derzeit keine feste Schulleitung.

Berlin - Das ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den Kultusministerien der Länder. Grund ist vor allem die Bezahlung: Sie sei "völlig unattraktiv", sagte der Vorsitzende des Lehrerverbands Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, der Zeitung.

Dem Rektor einer Grundschule blieben zudem neben der Unterrichtsverpflichtung zwölf Stunden pro Woche für Leitungsaufgaben. "Das ist lächerlich." In Deutschland gibt es derzeit laut Statistik knapp 15.600 Grundschulen. Besonders viele Schulleiter fehlen laut Umfrage der "WamS" in Berlin und in Nordrhein-Westfalen. In der Hauptstadt habe jede fünfte Grundschule keinen Rektor oder keinen Konrektor. In Nordrhein-Westfalen fehle an 345 von 278 Grundschulen ein Rektor, an 670 ein Stellvertreter.

"Das Problem unbesetzter Schulleitungsstellen ist nicht auf Knopfdruck zu lösen", sagte die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). "Deswegen arbeiten wir daran, die Arbeitsbedingungen mittel- und langfristig konkret zu verbessern." So sei die Leitungszeit erhöht worden - also die Zahl der Stunden, die Schulleiter für Leitungsaufgaben haben. Zudem würden künftige Schulleiter umfassend auf ihre neue Aufgabe vorbereitet.

Ilka Hoffmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte die Länder auf, deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die offenen Leitungspositionen zu besetzen. Grundschullehrer müssten hier mit den Lehrern weiterführender Schulen gleichgestellt werden. Außerdem müssten die Länder deutlich mehr in Verwaltungsjobs investieren, sagte Hoffmann. Gerade im ländlichen Raum gebe es viel zu wenig Vollzeit-Sekretariate.

(xity, AFP)


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