Ruland warnt große Koalition vor Anhebung des Rentenniveaus

Ex-Verbandschef: Teure Klientelpolitik auf Kosten künftiger Beitragszahler

Der Ex-Vorsitzende des Sozialbeirats der Bundesregierung, Franz Ruland, hat Pläne aus der großen Koalition für eine neue Rentenreform scharf kritisiert.

Berlin - "Wir brauchen keine neue große Rentenreform", sagte der ehemalige Chef des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) der "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe). Dies sei "teure Klientelpolitik auf Kosten der künftigen Beitragszahler". Diese habe die große Koalition schon mit der Rente mit 63 und der Mütterrente betrieben.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte am Dienstag angekündigt, eine Absenkung des Rentenniveaus anders als bislang geplant verhindern zu wollen. Auch CSU-Chef Horst Seehofer hatte kürzlich die Absenkung des Rentenniveaus kritisiert, während die CDU Berichten zufolge einen Ausbau der privaten Vorsorge präferiert.

Mit seinem Vorstoß stellte Vizekanzler Gabriel die Entscheidung der früheren rot-grünen Koalition infrage, das Rentenniveau bis 2030 auf 43 Prozent sinken zu lassen. "Viel zu viele Menschen haben in den letzten 20 Jahren zu wenig verdient", sagte Gabriel. "Wenn das Rentenniveau weiter sinkt, droht ihnen Altersarmut."

Nach Recherchen des Westdeutschen Rundfunks droht fast jedem zweitem Bundesbürger Altersarmut. Während im Jahr 2030 nur 28,6 Millionen Bürger auskömmliche Altersbezüge erwarten könnten, treffe dies für etwa 25,1 Millionen Menschen nicht zu, hieß es in einem am Dienstag vom WDR veröffentlichten Bericht.

(xity, AFP)