19.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Rüstungs-Gutachter listen gravierende Mängel auf

Rüstungs-Gutachter listen gravierende Mängel auf

Projekte im Volumen von 57 Milliarden Euro geprüft

Zu teuer, zu spät, zu schlecht: Ein externes Gutachten über die Rüstungsprojeke der Bundeswehr listet gravierende Mängel auf.

Berlin - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nahm das 1200 Seiten starke Dokument aus den Händen eines Beraterkonsortiums entgegen. Der Bericht liefere eine "schmerzhafte Diagnose" und "ein gutes Bild darüber, wo die Vorzüge und wo die Probleme liegen", sagte von der Leyen.

Das Gutachten ergab, dass alle neun Rüstungsprojekte zwischen 2,5 und neun Jahren Verspätung haben. Sieben der neun Vorhaben wurden zudem deutlich teurer als geplant - die Mehrkosten lagen teilweise im Milliardenbereich. Zudem waren die gelieferten Produkte oft mit Mängeln behaftet.

Von der Leyen sprach unter anderem von "handwerklichen Fehlern im Verteidigungsministerium". Insbesondere die Vertragsgestaltung und - betreuung mit der Rüstungsindustrie müsse besser werden. Nötig sei aber auch eine andere Verantwortungs- und Fehlerkultur im eigenen Haus.

Begutachtet wurden insgesamt neun Vorhaben, darunter beispielsweise der Transportflieger A400M oder der Schützenpanzer "Puma". Die Projekte machten knapp 57 Milliarden Euro oder rund zwei Drittel des Gesamtvolumens der Rüstungsinvestitionen aus, sagte die Ministerin. Von der Untersuchung betroffen seien alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr.

Für das Gutachten, das von der Leyen selbst kurz nach ihrem Amtsantritt im Frühjahr in Auftrag gegeben hatte, hatten mehr als 30 externe Berater unter anderem der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG drei Monate lang zentrale Rüstungsvorhaben durchleuchtet.

In den vergangenen Monaten waren zudem erhebliche Probleme mit dem schon vorhandenen Rüstungsmaterial der Bundeswehr bekannt geworden. So sind Transportflugzeuge, Hubschrauber oder gepanzerte Fahrzeuge nicht im geplanten Maß einsetzbar.

(xity, AFP)


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