12.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Rücksichtnahme beim Grillen vermeidet Ärger

Rücksichtnahme beim Grillen vermeidet Ärger

Öffentliche Grillstation am Elfrather See

Jetzt ist bei vielen Krefeldern die Leidenschaft am Grillen entfacht. Doch des einen Lust ist des anderen Last. Nicht jeder mag brutzelnde Steaks, Würstchen und rauchgeschwängerte Luft und fühlt sich mitunter von seinem Nachbarn gestört.

Krefeld - "Hier hilft am ehesten gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz", schildert Helmut Döpcke. Der Leiter des Fachbereichs Umwelt kennt die Tücken des Grillens im privaten Raum. "Dem einen weht der Rauch von der Terrasse nebenan ins Wohnzimmer, der andere ist genervt von der Musik der Grillgemeinschaft. Wenn Hinweise oder Beschwerden nicht helfen, ist der Ärger vorprogrammiert und die Polizei alarmiert." Zumeist kann der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) oder die Polizei das Problem lösen, nur in Ausnahmefällen treffen sich die Parteien vor Gericht wieder.

Wirklich verlässliche Rechtsprechungen, was erlaubt ist und was nicht, gibt es nicht. "Obwohl Hausordnungen, Mietrecht und Nachbarschaftsrecht teilweise das Thema Grillen regeln, ist eine Entscheidung in einer solchen Sache häufig auf den Einzelfall bezogen und nicht immer auf andere Prozesse anwendbar", so Döpcke. Nur in Sachen Lärm gibt es klare Grenzen: In reinen Wohngebieten sind nach 22 Uhr maximal 35 Dezibel erlaubt, in allgemeinen Wohngebieten 40 Dezibel. Um dicke Rauchschwaden zu vermeiden, sollten Grillfreunde gerade auf Balkonen oder engangrenzenden Terrassen auf Gas- oder Elektrogrills umsteigen. Wessen "Grillinstinkt" damit nicht gestillt wird, der sollte zumindest einige Regeln beachten: Nur handelsübliche Grillanzünder sind erlaubt, bei Kohle sollte auf ein Öko-Zertifikat und die Vermeidung von Tropenholz-Kohle geachtet werden.

Alternativ sind Briketts zu gebrauchen, die aus gepresstem Kohlestaub aus Braunkohle oder Steinkohle hergestellt werden. Die Zeitschrift "Ökotest" hat vor einiger Zeit Kohle und Briketts getestet und kam zu folgendem Fazit: "Grillkohle wird schneller heiß und hält dafür in der Regel kürzer. Briketts haben eine deutlich längere Vorglühphase und bleiben dafür insgesamt länger heiß."

Wer in Krefeld öffentlich grillen möchte, kann das am Elfrather See. Hier gibt es einen zentralen Platz mit zwei Grillstellen. Reservierungen werden unter der Telefonnummer 02151 471009 angenommen. Pro Grillstation werden 15 Euro fällig, bucht man alle drei Stationen, zahlt man 40 Euro - plus jeweils 50 Euro Kaution. Dabei besteht auch die Möglichkeit, Bierzeltgarnituren für je fünf Euro anzumieten. An den Grillstellen darf bis 20 Uhr gegrillt werden, die Schranke des benachbarten Parkplatzes schließt um 21 Uhr. "Grillen war früher auch an anderen Stellen rund um den See erlaubt, aber damit wurde zum Teil unsachgemäß umgegangen. Oft blieb heiße Asche zurück, was Brandgefahr erzeugte. Seitdem es nur noch angemeldete und geregelte Grillmöglichkeiten gibt, läuft es besser", schildert Detlef Flick, Leiter des für den E-See zuständigen Fachbereiches Sport und Bäder. Die Grillstellen werden zwar regelmäßig gebucht, sind aber nicht voll ausgelastet.

Weitere öffentliche Grillstellen gibt es in Krefeld nicht. "Wildes" Grillen ist laut Verordnung für Sicherheit und Ordnung im Ortsrecht untersagt, was den meisten Bürgern auch bekannt ist. "Treffen wir Personen an, die sich nicht daran halten oder denen diese Reglung nicht bekannt ist, hilft ein klärendes Gespräch. Die Einsicht ist da, so dass wir Bußgelder höchst selten erheben müssen", erklärt Georg Lieser, Fachbereichsleiter Ordnung und zuständig für den Kommunalen Ordnungsdienst, der regelmäßig im Stadtgebiet Kontrollen durchführt. Größtes Problem beim "Wildgrillen" ist die Brandgefahr. "Während am E-See eine Stahltonne für die Kohle zur Verfügung steht, werden anderswo meist Abfalleimer aus Plastik verwendet, die leicht Feuer fangen können. Liegengelassene Kohle ist natürlich ebenso gefährlich", sagt Lieser. Matthias Pasch, Abteilungsleiter Grünunterhaltung im Fachbereich Grünflächen, sieht gerade den Erholungscharakter der Park- und Grünanlagen in Gefahr: "Müll und Kohle blieb liegen und Essensreste wurden im Gebüsch entsorgt. Dazu gab es offene Feuer und laute Musik", schildert er Erfahrungen von der Stadtwaldwiese aus der Vergangenheit - wohl wissend, dass das Problem mittlerweile durch ständige Kontrollen des KOD weitgehend im Griff ist.

Wiederholungstäter und Uneinsichtige müssen allerdings mit hohen Geldbußen bis zu 1000 Euro rechnen. Und auch der ein oder andere Nachbarschaftsstreit kam dem Grill-Übeltäter teuer zu stehen.


Copyright 2019 © Xity Online GmbH