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Rockergruppe Osmanen Germania inzwischen auch in der Schweiz und Österreich aktiv

Linke stellt Anfrage an Bundesregierung - Sorge auch wegen Nähe zu Extremisten

Die Rockergruppierung Osmanen Germania hat nach Erkenntnissen der Bundesregierung schon 22 Ortsgruppen in Deutschland gegründet und ist bis nach Österreich und in die Schweiz expandiert.

Berlin - Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor. Die genaue Zahl der Mitglieder ist demnach allerdings unklar.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, rief dazu auf, die Gruppierung sehr aufmerksam zu beobachten. "Wachsamkeit ist geboten", erklärte sie am Montag am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Allerdings dürfe es auch keine "vorschnelle Kriminalisierung" geben.

Bei den Osmanen Germania handelt es sich nach Angaben der Sicherheitsbehörden um eine vor etwas mehr als einem Jahr gegründete sogenannten rockerähnliche Gruppierung, die Strukturen und Auftreten von Rockerclubs nachahmt, aber als Boxclub firmiert. Zuletzt waren die türkischstämmigen Mitglieder teils massiv aufgetreten und hatten Sorgen vor Konflikten mit anderen Clubs geschürt. Laut Polizei dehnt sich die Gruppe derzeit aus.

Nach Angaben der Bundesregierung haben sich inzwischen auch eine Ortsgruppe in Österreich und zwei in der Schweiz gegründet. Ob diese Kontakte nach Deutschland unterhielten, sei aber unklar, hieß es in der Antwort. Das Bundesinnenministerium lehnte es unter Verweis auf strafprozessuale und sonstige taktische Überlegungen ab, Angaben zu "sicherheits- oder verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen" zu machen.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, unterhielten die Osmanen früher Kontakte zu den Rockern der Hells Angels, operieren inzwischen aber unabhängig und spielen auch bei internen Machtkämpfen der Hells Angels keine Rolle.

Die Linke warnten vor einer Eskalation politischer Konflikte durch die Osmanen. Diese seien als Ordner auf Demos der extremistischen türkischen Grauen Wölfe aktiv gewesen, erklärte Jelpke. Dieser Umstand weise auf "eine gefährliche Politisierung von Teilen der Osmanen" hin. Graue Wölfe sind Anhänger der nationalistischen bis rechtsextremen türkischen Ülkücü-Bewegung. In Deutschland beobachtet sie der Verfassungsschutz.

Der Antwort der Regierung zufolge waren Mitglieder der Osmanen im September 2015 Ordner auf einer "pro-türkischen Demonstration" in Mannheim. Darüber hinaus lägen zudem Erkenntnisse vor, dass sie bei weiteren Kundgebungen als Sicherheitsdienst fungierten. Über etwaige organisatorische Verbindungen zwischen Grauen Wölfen und Osmanen sei derzeit allerdings nichts bekannt.

(xity, AFP)


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