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Riexinger: Mehr Kitas für mehr Gerechtigkeit auf Arbeitsmarkt gebraucht

Linken-Chef: Ost-Bundesländer als Vorbild für den Westen

Linken-Chef Bernd Riexinger hat angesichts des Rückstands westdeutscher Frauen bei Erwerbsbeteiligung, Löhnen und Arbeitszeiten mehr Kita-Plätze im Westen gefordert.

Berlin - "Kinderbetreuung ist entscheidend auf dem Weg zu gleichen Chancen im Berufsleben", sagte Riexinger der Nachrichtenagentur AFP. Die Kinderbetreuungsmöglichkeiten im Osten seien doppelt so gut wie im Westen. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern betrage daher im Osten nur ein Drittel von jener im Westen.

Der Linken-Vorsitzende bezog sich auf eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zum Stand der Gleichstellung in Ost- und Westdeutschland. "Die Bundesländer im Osten machen dem Westen da vor, wie es geht", so Riexinger. "Die Konsequenz ist klar: Wir brauchen einen deutlichen Ausbau der Kindertagesstätten." Der Westen müsse hier vom Osten lernen.

Dazu müsse auch der Erzieherberuf finanziell spürbar aufgewertet werden. "Um einer Aufteilung in 'Armen-Kitas' und 'Reichen-Kitas' entgegenzuwirken, sollten wir die Gebühren für Kitas bundesweit vereinheitlichen und am besten ganz abschaffen", sagte Riexinger.

Der WSI-Studie zufolge bestehen 30 Jahre nach der Wiedervereinigung weiterhin deutliche Unterschiede bei der beruflichen Gleichstellung. Die Erwerbstätigenquote westdeutscher Frauen lag im Jahr 2018 mit 71,6 Prozent um gut acht Punkte unter der von westdeutschen Männern, in Ostdeutschland betrug der Abstand nur gut vier Prozentpunkte.

In Westdeutschland liegt der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen demnach 21 Prozent unter dem von Männern. Der Abstand sei damit dreimal so groß wie in Ostdeutschland. Allerdings seien die Stundenlöhne ostdeutscher Männer auch wesentlich niedriger als die von männlichen Beschäftigten im Westen, heißt es in der Studie.

Auch die Teilzeitquote der westdeutschen Frauen lag mit zuletzt 48,6 Prozent weiterhin deutlich über der Quote der ostdeutschen Frauen (34,7 Prozent). Dass Frauen in Ostdeutschland häufiger und mehr arbeiten als im Westen, hängt laut WSI vor allem mit dem besseren Angebot an institutioneller Kinderbetreuung in den ostdeutschen Bundesländern zusammen.

(xity, AFP)


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