Riexinger und Bartsch weisen Kritik an Zustand der Linken zurück

Ex-Fraktionschef Gysis hatte Partei "saft- und kraftlos" genannt

Linken-Chef Bernd Riexinger hat die Kritik von Ex-Fraktionschef Gregor Gysi am Zustand der Partei zurückgewiesen.

Berlin - "Wir werden einen Parteitag erleben, der Aufbruchstimmung verbreitet", sagte Riexinger am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" mit Blick auf das Linken-Treffen am Wochenende in Magdeburg. Seine Partei wisse, dass sie bei den Landtagswahlen im März verloren habe. "Aber wir jammern jetzt nicht rum. Wir stellen uns den Herausforderungen."

Gysi hatte der Linkspartei in einem Interview bescheinigt, sie sei "saft- und kraftlos". Außerdem hatte er sich besorgt über den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD gezeigt, die insbesondere in Ostdeutschland der Linken Wähler abjagt. Außerdem bemängelte der ehemalige Fraktionsvorsitzende, dass seine Partei keine richtigen Konzepte für den Umgang mit der Flüchtlingskrise gefunden habe.

Riexinger sagte, er fühle sich von Gysis Vorwurf der Kraftlosigkeit nicht angesprochen. "Uns kann er nicht meinen. Wir sind voll motiviert und wir haben auch nicht das Gefühl, dass unsere Partei gerade besonders niedergeschlagen wirkt."

Mit Blick auf die AfD sagte Riexinger, dass seine Partei die Verluste bei Arbeitslosen und Arbeitern merke. "Die müssen wir wieder zurückholen", sagte er. "Wir müssen die AfD angreifen, deutlich machen, dass sie in den sozialen Fragen nicht zu bieten hat." In der Flüchtlingspolitik setze sich die Linke für eine Gesellschaft ein, "die nicht ausgrenzt und nicht nach unten tritt".

Gysis Vorschlag eines rot-rot-grünen Kanzlerkandidaten nahm Riexinger positiv auf. "Da haben wir keine Probleme", sagte er. Die Linke habe immer angeboten, für eine Politikänderung zur Verfügung zu stehen. Dazu müsse die SPD aber einen echten Kurswechsel vollziehen.

Auch der Linken-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch wies die Kritik seines Amtsvorgängers zurück. "Die Partei ist nicht saft- und kraftlos", sagte Bartsch der "Thüringer Allgemeinen". Die Bundestagsfraktion nehme ihre Aufgabe der Oppositionsführung entschlossen wahr.

Die Analyse Gysis sei falsch, dass die Linke im Osten ihre Status als Protestpartei eingebüßt habe. "Die Linke ist weiterhin eine Adresse für Protest gegenüber der großen Koalition", erklärte der Fraktionschef. Gleichzeitig sei es aber richtig, dass sich die Partei "noch engagierter" der Situation eines erstarkenden Rechtspopulismus stellen müsse.

(xity, AFP)