Reststoffe aus Krefeld künftig wertvoller?

Krefelder Fachleute diskutieren

Autoreifen aus Löwenzahn, Autobezüge aus Resten der Ketchupproduktion, Bioethanol aus Stroh - das ist keine Utopie, sondern schon Realität.

Krefeld - Wo dabei die Chancen für Krefelder Unternehmen liegen, diskutierten in dieser Woche in Krefeld Fachleute auf einem Workshop des Regionalen Innovationsnetzwerkes Stoffströme (RIN).

Nach ersten Analysen war Krefeld mit seinem interessanten Unternehmens- und Forschungsmix als besonders geeigneter Standort identifiziert worden, um regionale Antworten auf die großen Herausforderungen "Rohstoffverknappung“ und "Klimawandel“ zu finden.

Dennis Herzberg, Projektleiter RIN: “Das Stichwort Bioökonomie ist etwas, mit dem die meisten Menschen noch wenig anfangen können. Es geht aber im Wesentlichen darum, Biomasse und Reststoffe in Energie und neue biobasierte Produkte umzuwandeln. Weg vom Öl hin zu nachwachsenden Rohstoffen und effizienter Verwertung von Abfällen und Reststoffen.“

Den Teilnehmern wurde zuerst durch Dr. Manfred Kircher (CLIB2021) dargestellt, welche aktuellen Entwicklungen in der Bioökonomie in der chemischen Industrie geschehen. Danach präsentierte Fred Jonker von der Stadt Venlo kommunale Innovationsansätze am Beispiel von Krefelds niederländischer Partnerstadt mit ihrem Kreislaufwirtschaftskonzept ("cradle-to-cradle“). Abschließend stellte Kai Bonnen von der Wirtschaftsförderung Krefeld mögliche Förderprogramme für ein Bioökonomie-Projekt oder die Förderung einzelner Unternehmen vor.

Gabi Schock, Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft: "Krefeld hat ein regional tätiges Abfallwirtschaftsunternehmen, zeichnet sich durch einen intensiven Gemüseanbau sowie bedeutende Chemie- und Lebensmittelindustrie aus, beheimatet eine der größten Fachhochschulen in NRW und bietet daher beste Voraussetzungen zu einem führenden, innovativen Bioökonomiestandort in Deutschland zu werden. Diese Chance muss Krefeld, mit Unterstützung von europäischen Fördermitteln, nutzen“.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig, dass dieser Dialog ausgeweitet und fortgesetzt werden muss. Zu diesem Zweck soll neben einem noch in diesem Jahr vorgesehenen Folgeworkshop auch ein Besuch in Venlo stattfinden. Dort werden die Workshop-Teilnehmer und weitere Interessenten das Projekt "Greenport“ sowie die neue und ebenfalls dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtete Stadthalle persönlich in Augenschein nehmen.


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