23.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Relikte des Majolikahäuschens entdeckt

Relikte des Majolikahäuschens entdeckt

Denkmalpfleger untersuchen Funde im Hofgarten

Im Hofgarten wird derzeit im Rahmen des Masterplans Kinderspielplätze der Spielplatz an der Oederallee saniert. Im Zuge der Bauarbeiten sind Fundamentreste, Fliesen und Schmuckelemente des Majolikahäuschens entdeckt worden.

Düsseldorf - Die Bauarbeiten wurden sofort unterbrochen und die Untere Denkmalbehörde eingeschaltet. Die Denkmalpfleger veranlassten die Einmessung und Dokumentation der Fundamentreste. Anhand dieser Befunde lässt sich nun durch Überlagerung der Vermessungsdaten mit den historischen Grundrissplänen die genaue Lage des Jugendstilgebäudes im Hofgarten ermitteln. Bisher konnte man aufgrund von Fotografien und Plänen immer nur die ungefähre Position angeben. Die Funde kamen für die Mitarbeiter des Gartenamtes völlig überraschend. Schon mehrfach war an dieser Stelle gebaut worden, ohne dass man auf Relikte des als Blüte des Jugendstils gerühmten Majolikahäuschens gestoßen wäre.
Das Majolikahäuschen war Anfang des 20. Jahrhunderts ein populärer Ausstellungs- und Gastronomie-Pavillon im Düsseldorfer Hofgarten. Das nach dem Wiener Majolikahaus benannte Gebäude zählte zu den baulichen Hauptwerken des Jugendstils in Düsseldorf. Im Jahre 1902 war dieser Ausstellungspavillon für das Unternehmen Villeroy & Boch anlässlich der Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung für das Rheinland und Westfalen errichtet worden. Das Gebäude war innen und außen mit Fliesen, Mosaiken und Reliefs bedeckt. Nach dem Ende der Ausstellung wurde es der Stadt Düsseldorf geschenkt. Es diente dann als Milchbar und war ein beliebtes Ausflugsziel im Hofgarten. 1926 wurde es abgerissen, da es nicht mehr dem Zeitgeist entsprach und im Rahmen der Ausstellung "GESOLEI" (Gesundheit, Soziale Fürsorge und Leibesübungen) als störend empfunden wurde.
Die nun entdeckten Fliesen und Schmuckelemente lassen erahnen, wie farbenprächtig der Ausstellungspavillon einmal war. Vermutlich stammen die Funde von der Rückseite des Gebäudes. Ein Apfel und florale Bruchstücke könnten Teil der umlaufenden Blätterkrone des hohen Schornsteins sein. Die Äpfel sind auf einer zeitgenössischen Fotografie deutlich zu erkennen. Außerdem wurde noch ein Bruchstück gefunden, das wohl der östlichen Fassade zugehörig war. Es befindet sich bereits im Hetjens-Museum und wird dort restauriert. Der vorstehende Erker dieses Fassadenabschnitts wies plastische Fensterumrahmungen auf, die mit Frauenfiguren (Festonträgerinnen) nach oben abschlossen.
Die Fundamentreste verbleiben im Boden. Sie werden im Rahmen der Erneuerung des Spielplatzes nicht weiter angetastet. Die Fundstücke im Aushub werden verwahrt und zu einem späteren Zeitpunkt näher untersucht. Ob alle Relikte des Majolikahäuschens ins Hetjens-Museum gegeben werden ist momentan noch offen.

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