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Regierung will Sicherheitszonen um Atommeiler ausweiten

Millionenstädte Hamburg und München betroffen

Die Bundesregierung will einem Bericht zufolge größere Sicherheitszonen um die deutschen Atomkraftwerke einrichten, die im Falle von Havarien greifen. Betroffen davon wären auch Hamburg und München.

Berlin - Drei Jahre nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima will die Bundesregierung offensichtlich die Sicherheitszonen im Umfeld deutscher Atomkraftwerke deutlich ausweiten. Künftig sollen im Fall eines schweren Atomunfalls Anwohner im Umkreis von fünf Kilometern um ein Akw innerhalb von sechs Stunden in Sicherheit gebracht werden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Empfehlungen der von der Regierung eingesetzten Strahlenschutzkommission. Bislang umfasste diese sogenannte Zentralzone nur zwei Kilometer.

Die daran anschließende Mittelzone solle von zehn auf 20 Kilometer Entfernung vom Akw erweitert werden, heißt es weiter unter Berufung auf die Empfehlungen, die Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) umsetzen wolle. "Die Evakuierung ist so zu planen, dass sie in der Mittelzone 24 Stunden nach der Alarmierung der zuständigen Behörden abgeschlossen werden kann", zitiert die "SZ" aus dem Text.

Die sogenannte Außenzone, in der im Notfall die Bevölkerung zum Schutz vor Radioaktivität mit Jodtabletten versorgt werden soll, würde demnach von 50 auf 100 Kilometer erweitert. Einbezogen wären damit auch die Millionenstädte Hamburg und München. Das Bundesumweltministerium will die Empfehlungen dem Bericht zufolge nun an die Innenminister der Länder weiterleiten. Deren Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Kürzlich hatte auch die Katastrophenschutz-Kommission des Bundesinnenministeriums eine bessere Vorsorge gegen Atomunfälle gefordert.

Hendricks stellte sich in der "SZ" hinter die Kommissionsvorschläge. Zwar sei ein Atomunfall wie in Fukushima "praktisch auszuschließen"; die Ereignisse dort lehrten jedoch, "dass die Katastrophenschutzplanungen unabhängig von kerntechnischen Eintrittswahrscheinlichkeiten stattfinden müssen". Angesichts grenznaher Atomkraftwerke in Nachbarländern wie zum Beispiel Frankreich empfahl Hendricks zudem, Notfallplanungen europaweit zu harmonisieren.

(xity, AFP)


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