Regierung will mit Bürgern über Lebensqualität reden

Merkel und Gabriel starten Mitte April Dialogreihe

Die Bundesregierung startet einen neuen "Zukunftsdialog" mit den Bürgern, um deren Meinung zum Thema Lebensqualität herauszufinden. Bis zum Herbst gibt es bundesweit rund hundert Veranstaltungen zu dem Thema.

Nach dem Zukunftsdialog von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor drei Jahren startet die Bundesregierung einen neuen direkten Austausch mit den Bürgern - diesmal zum Thema Lebensqualität. Unter dem Titel "Gut leben in Deutschland - was uns wichtig ist" sollen bis zum Herbst rund hundert Veranstaltungen in ganz Deutschland stattfinden, hieß es in Regierungskreisen.

Ziel ist es demnach unter anderem, mit Hilfe der Bürgergespräche ein "Indikatorensystem" zur Gestaltung der Lebensqualität in Deutschland zu entwickeln. Geplant ist den Angaben zufolge außerdem, bis spätestens Mitte nächsten Jahres einen Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen aufzustellen.

Den Auftakt des Bürgerdialogs bildet eine Veranstaltung am 13. April in Berlin mit Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD). Beide wollen darüber hinaus an drei weiteren Bürgerforen teilnehmen, auch die übrigen Bundesminister gehen zu derartigen Veranstaltungen.

Organisiert werden diese nicht von der Regierung, sondern beispielsweise von Volkshochschulen, Stiftungen, Gewerkschaften oder Umweltverbänden. Die Bürger können sich auch online über die Seite www.gut-leben-in-deutschland.de beteiligen. Die Aussagen und Wünsche der Teilnehmer werden von der Bundesregierung protokolliert und mit Hilfe von Wissenschaftlern ausgewertet.

Hintergrund ist die bereits seit Jahren laufende Debatte, Wohlstand nicht mehr allein am Bruttoinlandsprodukt (BIP) festzumachen. "Wir wollen eine zeitgemäße Neuausrichtung dessen, was Lebensqualität für die Bürger bedeutet", hieß es in den Regierungskreisen.

In der vergangenen Legislaturperiode hatte Merkel mit Experten und Bürgern einen Zukunftsdialog zu Grundsatzfragen der kommenden Jahre geführt.

© 2015 AFP