Regierung will Gesundheitsversorgung stärken

Mehr Präventionsangebote und Impfberatung vor Kitastart

Mit zusätzlichen Präventionsleistungen der Krankenkassen und einer obligatorischen Impfberatung vor dem Kitastart will die Bundesregierung die Gesundheitsvorsorge in Deutschland stärken.

Berlin - Das sieht der Entwurf für das Präventionsgesetz vor, über den der Bundestag erstmals beriet. "Wir schaffen einen wichtigen Baustein, wenn es um gute Gesundheitschancen für alle Menschen in Deutschland geht", sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im Bundestag.

Das Gesetz räumt den gesetzlichen Krankenkassen sowie auch der Pflege- und der Rentenversicherung mehr Möglichkeiten für Präventionsangebote ein. Auch in Betrieben soll die Gesundheitsberatung ausgebaut werden. Insgesamt sollen die Krankenkassen künftig jährlich mindestens rund 490 Millionen Euro in Leistungen zur Gesundheitsförderung investieren. Bei der Erstaufnahme in eine Kita muss der Vorlage zufolge künftig nachgewiesen werden, dass eine Impfberatung erfolgt ist.

"Das Ziel ist, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie überhaupt entstehen", sagte Gröhe. Viele verbreitete Erkrankungen zum Beispiel des Bewegungsapparats hingen mit dem Lebensstil zusammen. Daher sei es "wichtig, die Weichen zu stellen, dass Menschen rechtzeitig gegensteuern". Problemen mit Bluthochdruck könne eine gesunde Ernährung entgegenwirken. Bei Kinder- und Jugenduntersuchungen sollten neben möglichen Erkrankungen auch Übergewicht oder Alkoholkonsum stärker beachtet werden.

Gröhe sprach sich auch dafür aus, Anstrengungen zur Gesunderhaltung der Erwerbstätigen zu verstärken. Es sei weder im Interesse der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer, "wenn sich die Belegschaft bis zum äußersten dopt, um möglichst lange durchzuhalten und neue Höchstleistungen zu erbringen".

Redner von SPD und Opposition drängten darauf, den Zusammenhang von Armut und Gesundheitsproblemen stärker zu berücksichtigen. Es gehe darum, "ungleiche Gesundheitschancen zu verringern", sagte die SPD-Gesundheitsexpertin Helga Kühn-Mengel. Hier solle das neue Gesetz ansetzen.

Linkspartei und Grüne werteten die diesbezüglichen Ansätze allerdings als unzureichend. "Wer arm ist, stirbt früher", sagte die Linken-Sozialpolitikerin Sabine Zimmermann im Bundestag. Die Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche verwies auf überdurchschnittliche Defizite unter armen Kindern bei Motorik, Gleichgewichtssinn und Konzentrationsfähigkeit. Sie kritisierte, insgesamt sei das Präventionsgesetz "kein großer Wurf".

(xity, AFP)