Regierung will Bürger enger bei Integration von Flüchtlingen einbinden

Mentoren sollen sich in Pilotprojekt um 500 Neuankömmlinge kümmern

Die Bundesregierung will die Bürger enger bei der Integration neu ankommender Flüchtlinge einbinden.

Die Bundesregierung will interessierte Bürger enger in die Integration neu ankommender Flüchtlinge einbinden. Freiwillige Mentoren sollen in diesem Jahr bis zu 500 Flüchtlinge im Rahmen eines neuen Pilotprojekts beim Einleben in Deutschland helfen - bei Behördengängen, der Suche nach Wohnungen, Arbeitsplätzen und Schulen und bei Begegnungen etwa in Sportvereinen und bei Festen, wie das Bundesinnenministerium am Montag bekannt gab.

Ziel sei es, mit der Einbindung interessierter Bürger als Mentoren die "erfolgreiche gesellschaftliche Integration" zu erleichtern, erklärte die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU). "Das nutzt den Schutzbedürftigen, aber auch der ganzen Gesellschaft." Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer (CSU), sprach von einem "echten Gemeinschaftswerk von Staat und Zivilgesellschaft".

Die Mentoren sollen die Neuankömmlinge ideell und finanziell unterstützen. Jeweils fünf Mentoren müssen sich verpflichten, für einen oder mehrere Flüchtlinge eine geeignete Wohnung zu finden und zwei Jahre lang die Kaltmiete zu finanzieren. Zudem sollen sie die Flüchtlinge ein Jahr lang in Alltagssituationen auf dem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe unterstützen.

Zugute kommen soll das Programm mit dem Namen "Neustart im Team (NesT)" rund 500 besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen, die sich aus humanitären Gründen ab dem Sommer in Deutschland ansiedeln dürfen. Es orientiert sich an ähnlichen Projekten etwa in Kanada und Großbritannien.

Für die Beratung und Schulung interessierter Helfer wurde eine Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle (ZKS) neu eingerichtet. Sie besteht in der Pilotphase aus Vertretern der Deutschen Caritas, des Deutschen Roten Kreuzes und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Finanziert wird sie unter anderem von der Bertelsmann-Stiftung und der Stiftung Mercator. Verantwortet wird das Pilotprogramm vom Bundesinnenministerium, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung.

© 2019 AFP