10.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege kommen kaum an

Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege kommen kaum an

Studie: Viele haben Angst vor Nachteilen am Arbeitsplatz

Ein Jahr nach Einführung der neuen Regelungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege nutzen einer Studie zufolge weiter nur wenige Menschen die neuen Möglichkeiten.

Berlin - Ursache seien unter anderem finanzielle Gründe, aber auch die Angst vor beruflichen Nachteilen, wie aus einer Umfrage der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hervorgeht. Die große Mehrheit der erwerbstätigen Deutschen glaubt demnach nicht, dass sich Beruf und Pflege gut vereinbaren lassen. Lediglich sieben Prozent sind dieser Meinung.

Offenbar gibt es noch große Informationsdefizite: Der Umfrage zufolge fühlen sich 84 Prozent "eher schlecht" oder "sehr schlecht" über die Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege informiert. So ist zum Beispiel die Familienpflegezeit, die einen Rechtsanspruch auf reduzierte Arbeitszeit und teilweise Freistellung vorsieht, der großen Mehrheit nach wie vor unbekannt (84 Prozent). Ähnliches gilt auch für die halbjährige Pflegezeit sowie die Möglichkeit einer zehntägigen Freistellung.

Zudem äußern Berufstätige, die keine Familienpflegezeit für sich in Betracht ziehen, zahlreiche Vorbehalte: Rund drei Viertel (76 Prozent) geben finanzielle Gründe und knapp ein Viertel (23 Prozent) organisatorische Probleme an. Auch die Angst vor beruflichen Nachteilen würde immerhin 43 Prozent davon abhalten, die Familienpflegezeit zu nutzen. In jedem fünften Fall haben die Befragten Angst, dass Vorgesetzte wenig Verständnis dafür haben (19 Prozent). Befragt wurden im November rund 1000 Berufstätige.

Seit Anfang 2015 haben Angehörige die Möglichkeit, bei einer zehntägigen Auszeit wegen eines Pflegefalls eine Lohnfortzahlung in Anspruch zu nehmen. Wer einen Angehörigen selbst länger pflegen will, kann unter bestimmten Umständen die bis zu sechsmonatige Pflegezeit beziehungsweise die bis zu 24-monatige Familienpflegezeit in Anspruch nehmen. Für beides gewährt der Bund ein zinsloses Darlehen.

(xity, AFP)


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