22.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Reanimationstipps per Telefon

Reanimationstipps per Telefon

Anleitungen zur Wiederbelebung von Patienten

Rund 73.000 medizinische Notfälle werden über Notruf 112 pro Jahr bei den Disponenten der Leitstelle der Feuerwehr Düsseldorf gemeldet.

Düsseldorf - Allein 65 Mal waren im ersten Halbjahr 2014 darunter akute "Herzstillstände", bei denen sofortige Hilfe nötig ist. Seit Anfang des Jahres hat die Feuerwehr deshalb die telefonische Anleitung zur Reanimation optimiert und eine Statistik dazu eingeführt. Denn bei einem akuten Notfall mit Herzstillstand muss sofort mit der Wiederbelebung des Betroffenen begonnen werden. Jede Sekunde zählt und rettet dem Notfallpatienten unter Umständen das Leben. Deshalb geben die Disponenten den Anrufern dann direkt telefonisch Tipps, was sie tun müssen, um zu helfen.
"Wenn wir erkennen, dass eine Reanimation nötig ist, schaltet sich unmittelbar ein zweiter Mitarbeiter ein", erklärt Robert Geich, Lagedienstführer und Projektleiter auf der Feuerwehrleitstelle. Der zweite Mitarbeiter alarmiert die Retter von der zuständigen Wache, damit der erste Disponent sich voll auf den Anrufer konzentrieren und mit der Reanimationsanleitung beginnen kann. Zunächst erhält der Notrufer die wichtige Information, dass Rettungskräfte bereits auf dem Weg sind. Geich hat in
Verbindung mit weiteren Feuerwehrkollegen sowie Dr. Frank Sensen, Ärztlicher Leiter im Rettungsdienst der Landeshauptstadt, den neuen Plan erarbeitet und optimiert.
Der Disponent Christopher Schuster erklärt jeden Schritt nach und nach: "Ich sage Ihnen jetzt, was Sie tun müssen. Schalten Sie zunächst den Lautsprecher Ihres Telefons ein und legen Sie es zu Seite." Es folgen die Fragen: "Atmet der Patient normal? Sind die Atemwege frei?"; "Knien sie sich neben den Patienten, entfernen Sie die Kleidung am Oberkörper, legen Sie einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbes und die zweite Hand auf die erste", gibt der routinierte Feuerwehrmann dann vor.
Immer wieder macht er zwischen Fragen und Anweisungen eine Gedankenpause, erkundigt sich, ob alles gut verstanden wurde und gibt weitere Kommandos: "Drücken Sie kräftig mit gestreckten Armen den Brustkorb fünf bis sechs Zentimeter nach unten". Rettungsassistent Schuster zeigt dabei auch Verständnis für die Sorgen der Menschen, die zunächst zögern mit der Reanimation zu beginnen. "Es ist aber sehr wichtig, die Minuten bis die Retter eintreffen zu überbrücken", weiß er. Sieben Jahre war Schuster auf dem Rettungswagen eingesetzt. "Diese Erfahrung hilft sehr. Die Einsatzsituation vor Ort kann ich mir fast bildlich vorstellen", erklärt er. Inzwischen ist er mehr als vier Jahre in der Leitstelle tätig.
Bereits seit vielen Jahren bekommen die Anrufer über den Notruf 112 eine Hilfestellung zur Wiederbelebung. Neu ist die statistische Auswertungsmöglichkeit zu Durchführung und Erfolg der Reanimation. Nur wenige Male war es nicht möglich, die Reanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortzuführen. Teilweise lag es an der Körperlage des Patienten oder der Anrufer war trotz Aufforderung nicht in der Lage, eine Wiederbelebung zu beginnen. Auch dass der Patient plötzlich wieder atmete, kam vor und führte zum Abbruch der Reanimation.
Der Feuerwehrmann bleibt solange am Telefon bis die Rettungskräfte am Notfallort ankommen. "Es findet sozusagen eine Übergabe am Telefon statt", beschreibt Christopher Schuster den Abschluss der telefonischen Unterstützung. "Oft erfährt man zum Schluss nur noch, dass der Patient ins Krankenhaus gebracht wurde – wie es mit ihm weiter geht, erfahren wir nur sehr selten", berichtet der Feuerwehrmann. Von einem Fall im letzten Halbjahr ist aber bekannt, dass der Wiederbelebte nach seinem Krankenhausaufenthalt alleine nach Hause gegangen ist.

Tags:
  • Reanimationstipps
  • telefon
  • feuerwehr
  • düsseldorf
  • Wiederbelebung

Copyright 2018 © Xity Online GmbH