Razzia in Berliner Bordell in Zusammenhang mit Steuerbetrug und Menschenhandel

Hunderte Polizisten und Zöllner im Einsatzt - Sechs Verdächtige verhaftet

Eine Großrazzia im Berliner Edelbordell Artemis soll unter anderem im Zusammenhang mit nicht gezahlten Sozialabgaben in Höhe von 17,5 Millionen Euro erfolgt sein.

Berlin - Die Prostituierten seien als Selbstständige ausgegeben worden, obwohl sie sich nach Schichtplänen und festen Arbeitszeiten richten müssten und damit abhängig Beschäftigte seien, sagte der Sprecher des Hauptzollamts Berlin, Michael Kulus, am Donnerstag.

Hunderte Polizisten und Zöllner hatten am Mittwochabend das Bordell im Berliner Stadtteil Charlottenburg durchsucht. Insgesamt wurden sechs Haftbefehle vollstreckt - gegen zwei Betreiber und vier sogenannte Hausdamen. Zudem seien Wohnungen in Würzburg durchsucht worden, sagte Kulus. Die Ermittlungen laufen seinen Angaben zufolge seit dem vergangenen Jahr.

Ermittelt wird unter anderem wegen schweren Menschenhandels, Steuerhinterziehung und wegen der vorenthaltenen Sozialabgaben. Die Polizei bezifferte den Gesamtschaden auf mindestens 23 Millionen Euro.

Bei der Razzia in Berlin waren demnach mehr als 600 Polizisten und rund 220 Zöllner im Einsatz. Über weitere Details wollen die Ermittlungsbehörden am Vormittag bei einer Pressekonferenz informieren.

(xity, AFP)