Ramelow fürchtet keine knappe Mehrheit in Thüringen

Sondierungsgespräche im Freistaat vor dem Abschluss

In Thüringen stehen die Zeichen trotz knapper Mehrheitsverhältnisse auf Rot-Rot-Grün.

Erfurt - Trotz der knappen Mehrheitsverhältnisse für eine mögliche rot-rot-grüne Regierung in Thüringen zweifelt der linke Spitzenkandidat Bodo Ramelow nicht am Erfolg eines solchen Bündnisses. Er sei "fest überzeugt", das dies zu schaffen sei, sagte Ramelow im ZDF-"Morgenmagazin". Er verwies erneut darauf, dass auch schon in anderen Bundesländern Koalitionen mit einer denkbar knappen Mehrheit von einer Stimme regiert hätten, etwa in Hessen. Allerdings müsse sich der Kandidat bei der Wahl des Ministerpräsidenten auf bis zu drei Wahlgänge einstellen, räumte Ramelow ein.

Sollte es zu einem rot-rot-grünen Bündnis kommen, könnte Ramelow der erste linke Ministerpräsident eines Bundeslandes werden. Bereits am Mittwoch hatten Linke, SPD und Grüne ihre Sondierungsgespräche für eine mögliche Regierungsbildung abgeschlossen. Am Freitagnachmittag wollen sich die Sozialdemokraten auch mit der CDU zur letzten Gesprächsrunde treffen, bevor eine Koalitionsentscheidung fällt.

Der Landesvorstand der Linken gab bereits am Donnerstagabend grünes Licht für Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen. Am Montag will die Thüringer SPD-Spitze eine Koalitionsempfehlung abgeben, die dann aber noch durch eine Mitgliederbefragung bestätigt werden muss. Auch die Grünen wollen kommende Woche eine offizielle Empfehlung abgeben. Sowohl eine schwarz-rote Koalition als auch Rot-Rot-Grün hätten im Landtag nur eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme.

(xity, AFP)