14.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Protest gegen Fracking vor Umweltministerium

Protest gegen Fracking vor Umweltministerium

Unterschriftensammlung an Hendricks übergeben

Umweltschutzverbände und Bürgerinitiativen haben rund 660.000 Unterschriften für ein striktes Verbot der umstrittenen Erdgasfördermethode Fracking gesammelt.

Berlin - Sie übergaben die Unterschriften an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mitteilte. Zuvor ließen sie demnach vor Hendricks´ Ministerium in Berlin symbolisch eine Fracking-Bohrung erfolgen.

Zu der Unterschriftenaktion hatten das Kampagnennetzwerk Campact, der BUND, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umwelt (BBU) und andere Initiativen aufgerufen. Auch das Umweltinstitut München beteiligte sich an der Sammlung.

Die Organisationen fordern laut BUND ein "klares gesetzliches Verbot von Fracking". "Statt die Gasförderung per Gesetz auszuweiten, sollte sich die Bundesregierung auf die Energiewende und auf den Ausbau moderner, nichtfossiler Energieträger konzentrieren", forderte Campact-Energieexperte Chris Methmann. Fracking berge "große Risiken für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen", kritisierte BUND-Energieexpertin Ann-Kathrin Schneider.

Bei der Fracking-Methode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Die Technologie ist unter anderem umstritten, weil durch die eingesetzten Chemikalien das Trinkwasser verunreinigt werden könnte.

Die Bundesregierung will die Möglichkeiten der umstrittenen Gasfördermethode Fracking stark einschränken. Ein entsprechendes Gesetz soll nach dem Willen von Hendricks 2015 in Kraft treten. Die Eckpunkte sehen vor, dass die Gewinnung von Gas aus Schiefer- und Kohleflözgestein zu wirtschaftlichen Zwecken bis 2021 verboten werden soll. Probebohrungen für die Forschung und oberhalb von 3000 Metern Tiefe sollen dagegen in einem engen Rahmen erlaubt sein.

Das Fracking in konventionellen - leichter zugänglichen - Lagerstätten wie dichtem Sandstein soll unter strengen Auflagen weiterhin möglich bleiben. Diese Methode wird schon seit den 60er Jahren in Deutschland angewandt - allerdings in überschaubarem Maße.

(xity, AFP)


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