16.07.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Positive Zwischenbilanz für Projekt "Neustart"

Positive Zwischenbilanz für Projekt "Neustart"

Hilfe für erwerbslose Mütter wird weitergeführt

In Kooperation mit dem Jobcenter Krefeld führt die Kommunale Zentralstelle für Beschäftigungsförderung der Stadt (KomZfB) das Projekt "Neustart" in der ehemaligen Abendrealschule an der Hubertusstraße durch.

Krefeld - Es richtet sich an erwerbslose Mütter mit Kindern unter drei Jahren, die noch keine Kindertageseinrichtung (Kita) besuchen. Nach dem erfolgreichen Projektverlauf im ersten Jahr, soll die Maßnahme nun in der Fabrik Heeder an der Virchowstraße weitergeführt werden. Die Sozialpädagoginnen Anette Hauschild und Birgit Ogger von der KomZfB helfen maximal 15 Teilnehmerinnen, sich mit ihrer aktuellen Situation auseinanderzusetzen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und Ressourcen aufzuspüren. Die Frauen erfahren eine Stärkung ihrer Persönlichkeit bekommen Netzwerke für den beruflichen Wiedereinstieg und weitere Hilfeangebote an die Hand. Gleichzeitig werden die Kinder betreut und damit auf den Übergang in die Kita vorbereitet.

"In 20 Jahren Frauenqualifizierung in der KomZfB haben wir die Erfahrung gemacht, dass die meisten Mütter im Sozialhilfebezug isoliert sind und keine Vernetzung haben", berichtet Gerhard Ackermann, Leiter des Fachbereichs Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung. Es habe sich deshalb bewährt, ein frühes Angebot zu machen, damit vor dem Berufseinstieg der Mütter eine stabile Kinderbetreuung gewährleistet ist, so Ackermann. Für jeweils drei Stunden von Dienstag bis Donnerstag kommen die Frauen wöchentlich in die kindgerecht hergerichteten Räume in der Krefelder Innenstadt. Neben den gemeinsamen Mutter-Kind-Aktivitäten treffen sich die Mütter auch während der Kinderbetreuungszeiten, um eigene selbstbestimmte Themen zu erarbeiten. Hier geht es von der Freizeitgestaltung über Geldsorgen bis zur Möglichkeit, Bewerbungen zu schreiben oder einen Schulabschluss ins Auge zu fassen. Regelmäßig eingeladene Referenten stellen den Frauen zudem das Hilfesystem in Krefeld vor, so dass sie erste Kontakte knüpfen können.

"Viele der Teilnehmerinnen möchten wegen ihres Kindes aus dem Sozialhilfe-Leistungsbezug herauskommen und suchen nach einer Möglichkeit der Entlastung und nach Hilfe, wie sie ihren Alltag bewältigen können", schildert Hauschild. Das Projekt "Neustart" hilft ihnen, ihrem Alltag Struktur zu geben, die Kinderbetreuung zu regeln und bestärkt sie in ihrem Handeln. Diese Erfahrung hat auch Asli Polat bereits nach kurzer Zeit gemacht. Die examinierte Altenpflegerin und Pharmareferentin nimmt gemeinsam mit ihrem einjährigen Sohn Mert an der Maßnahme teil. "Ich möchte gerne wieder als Pharmareferentin arbeiten und nicht nur in der Familie leben. Durch den kontinuierlichen Austausch mit den Fachkräften hier und den anderen Teilnehmerinnen fühle ich mich in meinem Vorhaben bestärkt und lerne auch, mein Kind mit gutem Gewissen in der Betreuung von anderen zu lassen", erklärt die junge Mutter, die den Einstieg in das Projekt auf Empfehlung der Familienhilfe gefunden hat.

Die Bilanz von "Neustart" fällt nach knapp einem Jahr durchweg positiv aus. Sieben der insgesamt 20 Teilnehmerinnen befinden sich derzeit in der Abendschule, einer Ausbildung, einer Beschäftigung, einem längeren Praktikum oder in Bewerbungsverfahren. In der Weiterführung des Projekts sind ab sofort noch einige Plätze in der Gruppe frei. Ein individueller Einstieg ist jederzeit unter Berücksichtigung der Förderdauer von sechs Monaten möglich. Interessierte Frauen können mit den Sozialpädagoginnen vor Ort unter Telefon 02151 863426 einen Termin für ein unverbindliches "Hineinschnuppern" vereinbaren.


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