25.06.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Polizeigewerkschaft: Pegida-Proteste anschlagsgefährdet

Polizeigewerkschaft: Pegida-Proteste anschlagsgefährdet

Islamkritische Veranstaltungen als mögliche Terrorziele

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft hält vor dem Hintergrund des tödlichen Anschlags auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" auch islamfeindliche Kundgebungen wie Pegida in Deutschland für gefährdet.

Berlin - Zwar könne niemand sagen, ob solch ein Anschlag auch in Deutschland drohe, sagte Rainer Wendt dem "Handelsblatt". "Aber es braucht nicht viel Phantasie, um die vielen islamkritischen Veranstaltungen, Parolen und Demonstrationen ebenfalls als mögliche Terrorziele zu definieren."

Einen umfassenden Schutz solcher Veranstaltungen hält Wendt indes kaum für möglich. Damit wäre die Polizei "hoffnungslos überfordert". Stattdessen sei es "höchste Zeit" für eine andere Sicherheitspolitik. Es fehle eine Strategie für Deutschland und Europa darüber, mit welchen Mitteln welche sicherheitspolitischen Ziele angestrebt werden und wann ein Ende der Sparpolitik bei den Sicherheitsbehörden eingeleitet werde.

"Deutschland hat bislang großes Glück gehabt und hofft offensichtlich, sich auch künftig darauf verlassen zu können", sagte Wendt. Deshalb sei er wenig zuversichtlich, dass die Reaktion der deutschen Politik auf den Anschlag in Paris über Betroffenheitserklärungen hinausgehe.

Bei der Attacke waren am Mittwoch zwölf Menschen getötet worden. Die Behörden vermuten einen islamistischen Hintergrund - "Charlie Hebdo" hatte in der Vergangenheit unter anderem Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.

(xity, AFP)


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