Polizeigewerkschaft fordert massive Investitionen in Sicherheit

Walter: Einsatz von Polizei gegen Terror gleicht "Selbstmordkommando"

Nach den Brüsseler Anschlägen muss Deutschland nach Ansicht der Polizeigewerkschaft massiv in die innere Sicherheit investieren.

Berlin - Der Vorsitzende der Bundespolizei in der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ernst Walter, forderte in der "Welt" ein "Milliardenprogramm" zur Stärkung der Sicherheitskräfte - "damit wir nicht jedes Mal, wenn so etwas wie jetzt in Brüssel passiert, vor der bangen Frage stehen, wie wir das bewältigen können".

Der Gewerkschafter wies auf Defizite in der Ausrüstung der Bundespolizisten zum Schutz vor terroristischen Anschlägen hin. "Es grenzt an ein Selbstmordkommando, wenn wir die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei mit Schirmmütze, leichter Schutzweste und Pistole an die Flughäfen und Bahnhöfe schicken", sagte er. Nötig seien eine bessere Bewaffnung und bessere Schutzausstattung".

Die Streifenpolizisten der Bundespolizei an Flughäfen und Bahnhöfen seien "in höchster Lebensgefahr, weil zum Beispiel unsere Westen nicht gegen Kalaschnikow-Beschuss schützen", beklagte Walter. Es fehle auch an schusssicheren Helmen und an Maschinenpistolen mit höherer Durchschlagskraft gegen die militärische Bewaffnung von Terroristen.

Der Gewerkschafter forderte den Präsidenten der Bundespolizei, Dieter Romann, auf, umgehend alle Kräfte, "die irgendwie verfügbar sind", vom Einsatz an der deutsch-österreichischen Grenze zurück an ihre Stammdienststellen auf Flughäfen und Bahnhöfen zu bringen. Noch immer seien wegen der Flüchtlingskrise rund 1500 Bundespolizisten an Deutschlands Südgrenze im Einsatz. "Das geht so nicht weiter, wir dürfen Personal nicht verschenken", sagte Walter.

(xity, AFP)